Mittwoch, 5. Mai 2021

Ein Schülervortrag über den Nahostkonflikt

Vor nicht langer Zeit wurde ich um Hilfe für einen 15-jährigen Schüler gebeten, der in der Schule einen Vortrag über den Nahostkonflikt halten sollte. „Du weißt doch so viel über Israel und Palästina, kannst du uns ein paar Hilfestellungen geben?“, wurde ich gefragt. Ein kleines Team von Erwachsenen und natürlich der Schüler mühte sich nun um die Aufgabe. Ich sagte dem Jungen: „Du musst erst mal ´rauskriegen, ob dein Lehrer für oder gegen Israel ist“, damit wir nichts falsch machen. Das meinte ich etwas ironisch, aber mir wurde bewusst, dass in diesem Hinweiseine interessante Tatsache steckt. Es wird angenommen, jeder Mensch wäre entweder „für“ oder „gegen“ Israel und umgekehrt „für“ oder „gegen“ Palästinenser. Man geht irgendwie davon aus, dass ein Lehrer, also ein Mensch, der studiert hat, „gegen“ Israel und „für“ Palästinenser ist. Warum eigentlich? Das sollte man näher ergründen. Ich dachte auch so bei mir: Eigentlich sollte ein Schülervortrag doch so gestaltet sein, dass er die Fakten und deren Auswirkungen bringt und nicht eine emotionale Stellung einnimmt, schon gar nicht die des Lehrers.

Aber zurück zum Vortrag. Ich gab dem Schüler zum Nahostkonflikt eine Reihe geschichtlicher Fakten, aus denen er sich ein Bild machen sollte: die Vorgeschichte vom osmanischen Reich, 1. WK, Balfourerklärung, britisches Mandat, Gründung des Staates Israel durch UNO_Beschluss und gleichzeitig Überfall der arabischen Staaten auf Israel, das dreifache „Nein!“ der Araber in Khartum, die Weigerung der Palästinenser, einen Staat zu gründen und Kompromisse einzugehen usw. Ich erlebte viel Verwunderung, besonders bei den mitwirkenden Erwachsenen. „Das war mir überhaupt nicht bewusst, dass Palästina nie ein Staat war!, ich dachte Israel hätte Palästina besetzt.“

All die Fakten, die ich übermittelte, stehen in Lexika, Wikipedia usw., sie sind überall einsehbar. Darum bin ich immer wieder überrascht über die Diskrepanz zwischen Nicht-Wissen und ´eine Meinung haben`, wenn es um den Nahostkonflikt geht.

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