Nach dem iranischen Angriff

Wie viele andere Menschen, haben wir den iranischen Angriff auf Israel per Bildschirm life mitverfolgen können. Dabei fühlte man sich aus mehreren Gründen sehr unwohl. Zu sehen, wie Tod und Zerstörung bringende Flugkörper auf Israel zugleiten, nicht wissend, wer von den Einwohnern getötet werden wird und welche Konsequenzen sich daraus ergeben werden. Doch man fühlt sich auch unwohl bei dem Gedanken, dass man das aus sicherer Position nicht anders als ein Computerspiel ansieht. Was für andere tödliche Bedrohung ist, ist für uns Unterhaltung! Wie erleichtert, fast ein wenig euphorisiert waren wir, als dank der hervorragenden Flugabwehr Israels fast alles gut ausging.

Die Amerikaner vergaßen für einen Moment ihre Israelfeindschaft und leisteten gute Abwehrarbeit, Großbritannien und Frankreich ebenfalls. Sogar arabische Länder hatten keine Lust, iranische Flugkörper über sich zu dulden. (Inzwischen scheint es klar zu sein, dass die USA bei der ganzen Aktion irgendwie lenkend ihre Hand im Spiel hatten)

Am Tag nach dem misslungenen Beschuss war die Aufregung in den Medien groß. Sondersendungen wurden in aller Eile zusammengestellt. Und siehe da: diesmal wurden zum Gespräch nicht die gewohnten „Israelkritiker“ und „Islamwissenschaftler“ eingeladen. In der Sendung „Caren Miosga“ kamen Iraner zu Wort, die sich bestens mit dem Iran und dessen Zielen auskannten und die sich leidenschaftlich dafür aussprachen, jegliche Unterstützung und Handelsbeziehungen mit dem Iran abzubrechen.

Oh, ganz neue Töne im öffentlichen Rundfunk, wer weiß, wie lange das anhält? Nicht einen Tag! Schon am nächsten Tag waren solche Schlagworte zu lesen: Spirale der Gewalt, Israel hat ja immerhin den iranischen General in Syrien getötet, das war der Auslöser, Israel darf keinen ´Vergeltungsschlag´ durchführen usw. Man war sofort auf die alte Leier zurückgefallen, dass Israel der Schuldige und der Auslöser für alles Böse im nahen Osten ist. So war das allgemeine Entsetzen über den iranischen Anschlag eigentlich nur ein Feigenblatt, das verdecken sollte, wie groß die Affinität zum Iran ist. Von Abbruch der Handelsbeziehungen oder sonstiger Bestrafung des Irans keine Rede.

Es ist so viel von ´Antisemitismus` die Rede, wobei wohlweißlich nicht definiert ist, was man darunter versteht. Diese Berichterstattung über den Gazakrieg, diese Schuldzuweisungen an Israel, dieses konsequente Vertauschen von Tätern und Opfern zu Ungunsten Israels ist durchaus ein Hinweis auf eine antisemitische Gesinnung. Deutschland hat in seiner historischen Erinnerung den Mord an 6 Millionen Juden unter bestialischsten Umständen und liebäugelt jetzt mit einem Regime (Claudia Roth, F.W. Steinmeier), das sich die Auslöschung der Juden zum Ziel gesetzt hat (eine Uhr, die die Zeit bis zur Vernichtung Israels steht in Teheran). Was soll das anderes als Antisemitismus sein?

Im Luftreich des Traums

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