„The Zone of Interest“

Schon 2012 schrieb ich https://luftreich.twoday.net/20120722/ über einen Artikel in einer tschechischen Zeitschrift, in dem „Sensationen“ über den Reichsprotektor Heydrich in der deutschen Besatzungszeit „enthüllt“ wurden. Es wurde eine „andere Seite“ von ihm gezeigt, nämlich sein Sohn schwärmt davon, wie schön die Zeit war, als die Familie Heydrich auf Schloss Panenské Břežany über die „Tschechei“ herrschte.

Das fiel mir ein, als ich von dem Film „The Zone of Interest“ hörte. Ein Film über das Vernichtungslager Auschwitz, mal aus einer ganz „anderen Sicht“. Der die „idyllische“ Seite der Familie Höß zeigt und den Zuschauer dazu bringen soll, sich als Gegensatz (bzw. sogar als Spiegelbild, wie eine Kritik schrieb), die Schrecklichkeit und die Bestialität von Auschwitz vor Augen zu halten. Es sollen die Gedanken Hanna Ahrends von der „Banalität des Bösen“ aufkommen. Die Zuschauer sollen zum „Nachdenken animiert“ werden.

Ich weiß nicht. Die Zuschauer können auch dazu gebracht werden, sich den schönen Garten vor Augen zu halten, wenn sie an Auschwitz denken. Die herrlichen Sonnenblumen! Dass Frau Höß Sinn für Schönheit und Natur hatte und eine hervorragende Gärtnerin war. So wie man auch sagt, dass Reinhard Heydrich ein guter Violinist war. Sie können lernen, dass schlimmste Mörder „ganz normale Menschen“ sind, die ihre Kinder lieben und ihre Kinder sie, dass eigentlich jeder das Zeug dazu hat, Kommandant von Auschwitz zu werden, wenn die Umstände dafür vorhanden sind. Man könnte auch sagen, Auschwitz sollte zu einem Pop-Erlebnis gemacht werden.

So wunderte ich mich nicht, als ich las, dass der Regisseur des Films, Jonathan Glazer, anlässlich der „Oscar“-Verleihung eine Rede hielt, die zum Inhalt hatte: Holocaust = Hamas-Überfall vom 7.10. = Israels Krieg gegen die Hamas. Er meinte, dass der Film gar nicht so um die Vergangenheit geht, sondern um die Gegenwart, um die „Entmenschlichung“ in der Gegenwart. Und hier setzt er IDF und Hamas gleich. Also ein Land, das sich dagegen verteidigt, dass seine Bewohner, sowie alle Juden auf der Welt angekündigterweise vernichtet werden sollen (Der „7. Oktober“ wird sich immer wieder wiederholen, verkündetete der Pressesprecher der Hamas), hätte den gleichen Status wie die unsägliche Mörderbande, die diese bestialischen Dinge getan haben. Gleichmacherei, wie man sie öfter erlebt. Der Regisseur sprach sogar davon: ……Israeli kapern sich den Holocaust, um die Besatzung zu rechtfertigen (Da liegt es nahe zu sagen: Glazer kapert sich den Hc. um durch Filme Gewinne und Preise einzuheimsen).

Dass jemand, der einen Film jener Art dreht, so eine Rede hält, passt irgendwie zueinander.

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