Dienstag, 11. August 2026

2026 Wahlen in Berlin zum Abgeordnetenhaus

BSW

Das ist das Thema des BSW, wenn in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt wird: Die Situation in Gaza. Aber nicht nur diese: auf seinen Wahlplakaten kämpft das BSW gegen Antisemitismus. Der könnte etwa zum Vorschein kommen, wenn jemand auf die „berechtigte“ Idee käme, Israel zu kritisieren. Das BSW macht den potentiellen Wählern klar, dass man Israel durchaus kritisieren kann, ohne dass man gleich Antisemit wäre. Also nur zu, mit der Kritik! Sie ist wichtiger als Infrastruktur, Verkehrssituation und Wohnverhältnisse in Berlin und wird vielleicht viele Berliner dazu ermuntern, bei der Wahl ihr Kreuzchen für das BSW zu machen.

Dienstag, 4. August 2026

Wieso wurde das terroristische Attentat au den CSD mehr beachtet als andere?

Die Nachrichten über Attentate und Morden Deutschland häuften sich in der letzten Zeit. Das letzte, bedeutungsvollste, liegt nun gut 10 Tage zurück, die Autoattacke auf die feiernde Menge der CSD-Parade in Berlin. Dieses Attentat scheint sich irgendwie von anderen Attentaten zu unterscheiden. Denn, was auch an Morden an unschuldigen Opfern in der letzten Zeit geschah – ich denke an die 6 erschossenen Mitarbeiter in einer Jugendeinrichtung in Stade, an den jungen Studenten Marius Dick, der aus dem „Nichts heraus“ erstochen wurde und an viele andere. Eins war all den Terrorattentaten gleich: sie wurden medial und politisch so schnell wie möglich „unter den Teppich gekehrt“. Der „CSD-Mord“ schien eine andere Dimension zu haben. Noch heute gibt es Talk-Sendungen dazu. Ausführlich wird das „Vorleben“ des Attentäters diskutiert, seine Verbindungen zum IS, seine Vorstrafen.

Warum? Ich kann es mir nur so vorstellen: Hier stießen zwei Gegebenheiten aufeinander, die beide von der sogenannt woken Gesellschaft gleichermaßen geliebt und gefördert werden. Der CSD nimmt in der Berichterstattung schon einen dermaßen hohen und beliebten Platz ein., fast wie ein Staatsereignis. Diskussionen, wo die Regenbogenfahnen hängen, Diskriminierungen von Institutionen, die sich weigern, bei sich die Fahnen anzubringen. An Kirchen sieht man die Fahnen und Bekenntnisse zum „Queeren“, ja auf einem Kirchentag wurde Gott als „queer“ bezeichnet.
Das Gegenspiel dazu sind „Islamisten“, die ebenfalls in der (woken) Gesellschaft sakrosankt sind. In den Talk-Sendungen wird zwar über das Thema gesprochen, aber mehr in dem Sinne, dass ja nicht „alle Muslime“ radikal sind und dass sie sich nun unter Generalverdacht sehen, und dass man gegen den Generalverdacht etwas unternehmen muss. Auch über den angeblich so weit verbreiteten Rassismus, von dem man zumindest in der Öffentlichkeit nichts wahrnimmt, wird viel gesprochen, anstatt dass man darüber nachdenkt, zu welchen Verwerfungen islamische Einstellungen führen.

Es war ein Zusammentreffen, das viele Leute in Verlegenheit brachte: „Unsere“ queere Parade und „unser“ von rassistischen Bedrohungen traumatisierter Täter sind aneinandergeraten. Mit tödlichen Konsequenzen. Ich hatte den Eindruck, als brächte das diesen und jenen in Verwirrung, so dass man Aussprüche hören konnte, wie: „ich hoffe, dass es eine weiße christliche Person war!“ Also, es kann nicht sein, was nicht sein darf. Die Konfusion, die durch den Anschlag entstanden war, führte dazu, dass er mehr beachtet wurde, als andere Anschläge und man darüber nachdachte, wie dieser Täter „radikalisiert“ worden ist. Auch wurde über Strafverschärfungen gesprochen. Aber warum solches Nachdenken nicht schon seit Jahren stattfindet – Anschläge jener Art hat es schon lange gegeben -, ist nicht zu verstehen.

Nach dem Anschlag auf den CSD wurden stolz Plakate hochgehoben: „Wir lassen uns unsere Art zu leben, nicht nehmen. Aber von wem diese Lebensart genommen werden soll, war da nicht zu lesen. Ja, es kamen schnell Verschwörungstheorien auf, wie: es war ja kurz vor Wahlen, wem nützt das Entsetzen? Das heißt, die gesehene Unvereinbarkeit von Terrorismus und „queer“ muss dann eben auf dialektische Weise erklärt werden.

Montag, 27. Juli 2026

Nicht: Was ist das für ein Volk? sondern: Warum der Hass?

Es ist schon lange her, als ich zu einer Freundin kam, die gerade beim Lesen war. Sie sagte: „Ich lese jetzt das Buch „Die Quelle“. Denn ich möchte wissen, was das für ein Volk ist, das überall auf der Welt den Hass der Umgebung auf sich zieht?“ Leider war ich nicht imstande, darauf zu antworten, und wir haben auch nicht wieder über das Buch gesprochen. Soviel ich weiß, ist es eine Mischung aus Roman und archäologischem Sachbuch, das die Ursprünge Israels erforscht. Ich nehme an, dass es mehr Zufall war, dass meine Freundin gerade an dieses Buch geraten ist, eine Antwort auf ihre Frage wird sie daraus nicht erhalten haben.

Mir wurde bewusst, dass genau in dieser Frage, die sie sich oder anderen stellen, ein ganzes Weltbild steckt: Hass ist eine zwingende Folge von etwas zu Ergründendem. Der Hass ist entschuldbar, weil er provoziert wurde. Hätte ich damals schon mehr nachgedacht, hätte ich mit einer Gegenfrage geantwortet: „Warum hassen Menschen andere Menschen, ohne dass diese ihnen etwas angetan haben, so sehr dass sie sie verfolgen, diskriminieren, umbringen?

Wenn man diese Gedanken weiter denkt, gelangt man zu den Grundpositionen:

Der Mensch ist gut. Böse können die Verhältnisse sein, und wenn sich der Mensch nicht gut verhält, dann liegt es an dem Bösen, das ihn provoziert hat.

Oder: Der Mensch ist zu allem Bösen fähig, er sollte sich und das, was in ihm „schlummert“, kennen, sich bewusst damit auseinandersetzen und die Regeln des menschlichen Zusammenlebens annehmen, weil das im Endeffekt auch ihm nützlich ist.

Bei der ersten These muss man davon ausgehen, dass derjenige, der zu dem Urteil „der Mensch ist gut“ kommt, sich selbst in der Position des Subjekts sieht, d. h. er und Seinesgleichen sind jene, die er als Menschen bezeichnet. Und diejenigen, die „das Böse“ darstellen, werden als Menschen nicht in Betracht gezogen. Wenn jemand den Satz ausspricht: „Was ist das für ein Volk, das den Unmut etc. auf sich zieht…?“, sieht er die Juden nicht als Menschen an. Sie sind Objekte, die den guten Menschen zu schlimmen Taten veranlassen. Er sieht sie nicht nur als jene die „das Böse herausfordern“, sondern er hält sie auch verantwortlich dafür, dass „der gute Mensch“ etwas Böses überhaupt tut. Diese Denkweise birgt einen unentrinnbaren Teufelskreis in sich, der von Dialektikern aller Art gern angenommen wird.

Es ist eigentlich nur ein winziger Gedankensprung von der Frage: „Was sind das für Menschen, die den Hass auf sich ziehen….“ zu „Warum sind Menschen so zum Hass fähig?“ Diese Frage wird in der Regel ignoriert, es ist geradezu eine Tabufrage. Wenn man dieser Frage nicht nachgeht, hat man sich schon auf die falsche Spur begeben mit allen tragischen und schlimmen Folgen.

Montag, 20. Juli 2026

Das Lager Svatobořice

Im 2. Weltkrieg errichteten die deutschen Besatzer- so wie an unzähligen anderen Orten in Europa – das kleine Arbeitslager Svatobořice. Dort waren Angehörige der Soldaten, die in Auslandsarmeen gegen die Besatzung kämpften inhaftiert, auch die Familien, deren Angehörige als Widerstandskämpfer hingerichtet worden waren. Man benutzte das Lager auch als Sammel- und Durchgangslager für Juden, bevor sie in die Vernichtungslager transportiert wurden.

Auf dem Gelände des Lagers ist eine kleine Gedenkstätte errichtet worden. Man kann vorher anrufen und um eine Führung bitten, und zwei mal in der Woche ist eine Führerin bereit, Besucher zu empfangen. Eine von 4 Baracken, die immer noch für industrielle Zwecke dienen, ist als Museum hergerichtet. Im Eingangsbereich war eine Wand mit einer Collage aus dem Lageralltag gestaltet, unter anderem sah man die Aufschrift „Judenbaracke“. Ich hielt diese Aufschrift für Phantasie, bis ich auf einer Tafel mit Fotos tatsächlich ein großes Schild „Judenbaracke“ entdeckte. Die Juden bekamen weniger Nahrung und mussten die schwersten und schmutzigsten Arbeiten verrichten. Sie wurden so gequält, dass einige schon vor ihrem Abtransport starben. Warum? Was hatten diese Menschen getan, dass sie von anderen Menschen, die sie nicht kannten, die nichts von ihnen wussten, zu Tode gemartert wurden? Das ist durch nichts zu erklären.

Svatoborice

Man sagt: „Wir haben aus der Geschichte gelernt“ Warum stellt man sich heute an die Seite von Menschen, die eben solches wieder tun oder tuen möchten. Nach dem 7.10.2023 war von Hamasführern zu hören, dass sie diesen Angriff immer und immer wiederholen werden. Auch auf deutschen Straßen war so etwas zu hören. Warum lässt die deutsche Regierung, die angeblich „aus der Geschichte gelernt“ hat, Sprechchöre jener Art zu? Warum wird in deutschen Medien, ob in der Presse oder im Fernsehen und Rundfunk, ein bösartiges Bild über Israel, also über die Juden, gezeichnet? Es ist eindeutig, dass es Araber (Syrer, Palästinenser) gibt, die ihren Vernichtungswillen gegen Israel kundtun. Und ihn auch bewiesen haben. Wer da ein Bild zeichnet, dass „einer so schlimm wie der andere“ ist, der stellt sich auf die Seite des Terrors.

Die Führerin durch das Lagermuseum Svatobořice hielt uns einen profunden Vortrag. Sie wusste über jedes Detail Bescheid. Natürlich war sie ein Nachkriegskind, aber sie kam aus dem Dorf und erzählte, dass sie in den leeren Baracken als Kinder herumgetobt waren. In dem Dorf Svatobořice spielt das Lager nicht so eine große Rolle. Sportvereine und Musikkapellen prägen das kulturelle Leben des Ortes. Aber es ist gut, dass es ein Gedenken an Vergangenes gibt, dass die Vorstellung da ist, zu welchen Ungeheuerlichkeiten Menschen fähig sind.

Sonntag, 12. Juli 2026

Israel als Helfer bei Erdbeben

Gut kann ich mich noch erinnern, dass im Februar 2023, also noch vor dem Terrorangriff der Hamas auf Israel in der Türkei und in Nordsyrien ein schreckliches Erdbeben war. Es soll das schwerste Erdbeben in der Türkei überhaupt gewesen sein, mehr als 50 000 Menschenleben waren zu beklagen.

Eine der ersten Rettungsmannschaften, die zur Hilfe eilten, kam aus Israel. Sie brachten Sanitäter, Spürhunde, Hilfsmaterial, Räumgeräte und haben viele Tage uneigennützig geholfen. Dass die Türkei sich schon seit langem sehr unfreundlich gegen Israel verhielt, hinderte nichts an der Hilfe.

Was ist nun von Seiten der Türkei über Israel zu hören? „Die israelische Regierung sind die Nazis der heutigen Zeit, die humanitäre Verbrechen in Gaza begehen“ „Israel ist der Feind der Menschheit“. Die Hamasleute, die friedliche Israeli, kleine Kinder und Babys geradezu abgeschlachtet haben, sind für Erdogan „Freiheitskämpfer“. Er drohte an, sich in die Kämpfe um Gaza einzumischen.

Was soll man dazu sagen? Das berühmte „Krieg ist Frieden“ „Freiheit ist Sklaverei“ von George Orwell fällt als erstes ein. Auf so dreiste Weise die Wahrheit verdrehen, wie ist das möglich? Wie sich Erdogan verhält, das ist frech, impertinent und auch undankbar. Leider gibt er auch anderen, die seines Geistes sind, ein Vorbild. Die Orwellsche Formel hat sich mal wieder durchgesetzt.

Ein Erdbeben gibt es nun wieder. Auch in einem Land, das Israel nicht wohlgesonnen ist. Im Jahr 2009 hat Venezuela unter seinem damaligen Präsidenten Hugo Chavez die Beziehungen zu Israel abgebrochen. Ich war gespannt, ob Israel wieder helfen wird, nach den Erfahrungen, wie die meisten Länder, einschließlich Venezuela, Israel als „Völkermörder“ angeklagt haben und welchen „Dank“ es geerntet hat von denjenigen, denen es geholfen hat. Doch die Hilfe erfolgte wieder. Israel schickte wieder eine Rettungsmannschaft und sehr viel Material und Hilfsmittel. Ungeachtet der Tatsache, dass es sich selbst in einer äußerst schwierigen Situation befindet.

Die Interimspräsidentin von Venezuela hat ihnen gedankt und sogar um weitere Hilfe gebeten. Ich hoffe sehr, dass diesmal die Hilfe besser geschätzt wird und dass ein bisschen Umdenken erfolgt bei den Ländern, die behaupten, Israel wäre ein „Feind der Menschheit“.

Montag, 6. Juli 2026

Anlässlich der Fußballweltmeisterschaft: Das berühmte „Toooooor!“

Die gegenwärtige Fußballweltmeisterschaft ist nicht dazu geeignet, dass hier ein Reporter so frenetisch und enthusiastisch „Tooooor!“ schreit, wie einst, 1954, der Onkel des früheren grünen Politikers Ströbele, Herbert Zimmermann. Anlässlich anderer Fußballweltmeisterschaften konnte man es immer und immer wieder in Radio und Fernsehen hören, ständig wurde dieser „Toooor“-Ruf wiederholt. Jahrzehnte nach diesem Geschehen hatte die Begeisterung über dieses Tor, über den Gewinn der Weltmeisterschaft und besonders an dem Jubelschrei nicht nachgelassen.

Wenn man sich das vorstellt: 1954! Gerade 9 Jahre waren es her, dass Deutschland ganz Europa mit Mord überzogen hatte. Wie viele Millionen Waisen, Witwen, Versehrte gab es überall. Die Erinnerungen waren präsent. Die Mörder liefen umher und feierten fröhlich die Weltmeisterschaft. Man zeichnete und zeichnet es immer noch, ein Bild von einem Deutschland, das irgendwie von der Welt verachtet wurde – warum ist nicht so ganz klar -, und nun seine „Ehre“ zurückgewinnen musste.

Was war geschehen? In letzter Minute schoss ein deutscher Spieler einen Ball ins ungarische Tor. Und die Begeisterung darüber war so groß, dass die Deutschen darüber so jubelten, als hätten sie den Krieg doch gewonnen, und in Wirklichkeit glaubten sie es auch.

Sonntag, 28. Juni 2026

Dialog zwischen einem Pessimisten (P) und einem Optimisten (O)

P: Nun hat sich Trump doch über den Tisch ziehen lassen. Viele Zeitungen schreiben sogar: Trump hat verloren, der Iran hat gewonnen. Die Israeli sind maßlos enttäuscht. Und Israel durfte an dem Abkommen nicht beteiligt sein. Da habe ich an 1938 gedacht, als die Westmächte die Tschechoslowakei ohne deren Mitwirken an Deutschland verkauft haben, um eines scheinbaren Friedens willen, der zu einem gewaltigen Krieg wurde. Mir fiel der Ausdruck "Verschlimmbesserung" ein.

0: Da lagen die Dinge anders, und die Zeit war eine ganz andere. Geschichte läuft nicht so, als würde man sie am Reißbrett entwerfen oder wie man sie sich idealerweise vorstellt. Es sind erst einmal bedeutende Gefahren gebannt, die politische Landschaft im Nahen Osten hat sich grundlegend geändert. Das Atomprogramm der Mullahs ist nachhaltig gestoppt worden, und die Staaten am Golf werden sich näher an Israel anschließen, jetzt, wo sie erlebt haben, welche Gefahr der Iran ist und was Israel für Fähigkeiten hat. Dass arabische Länder Israel im Krieg gegen den Iran sogar den Luftraum geöffnet haben, und dass sie schon längst – mehr oder weniger geheim – mit Israel zusammenarbeiten, spricht für sich.

P: Ja, aber die Unsicherheit, der Fanatismus, gekoppelt mit Unberechenbarkeit, die Angriffe auf Nordisrael ……

O: Da ist immerhin ein Rahmenabkommen zwischen Libanon und Israel geschlossen worden. Die Israeli haben aus ihren Fehlern gelernt, wie sie es immer tun und werden sich sicher nicht mehr von der Hisbollah an der Nase herumführen lassen, wie es die UNO tat (oder vielleicht aktiv daran mitwirkte?) Auch denke ich, dass das iranische Regime gar nicht so homogen ist, wie es sich darstellt. Wer weiß, ob es nicht eines Tages in sich zusammenfällt. Solch starren Systeme halten nicht ewig.

P: Das habe ich auch gedacht, als ich einmal einen Film über Nordkorea sah, wie da die Leute zu entmenschlichten Aufziehpuppen getrimmt wurden. Und das war 1988! Damals dachte ich auch: so etwas kann nicht auf die Dauer funktionieren. Es funktioniert bis heute. Von Nordkorea lernt der Iran, wie fanatische Diktatoren ein Volk in Schach halten! Und wer weiß, wie sehr er ihm in der Weiterführung der atomaren Bewaffnung hilft?

O: Es hat sich so viel geändert, das kann nicht rückgängig gemacht werden. Ich sehe die Lage durchaus positiv. Es gibt (leider und manchmal auch erfreulicherweise) immer wieder Entwicklungen, die man nie für möglich gehalten hätte. Man muss nicht immer von einer augenblicklichen Situation auf das große Ganze schließen.

Die Diskussion ist unentschieden, die Zukunft wird Aufschluss geben.

Samstag, 6. Juni 2026

Psychologische Betrachtung

In irgendeinem Zusammenhang las ich über eine alte Mutter, die bei einem Gerichtsverfahren anwesend war, in dem über ihren Sohn, ein Schwerverbrecher und Mörder, geurteilt wurde. Sie musste eine Aussage machen. Sie verurteilte die Taten ihres Sohnes mit harten Worten. Dabei konnte sie es aber nicht vermeiden, ihren Sohn verliebt, zärtlich und hingebungsvoll anzuschauen.

An diese Szene denke ich, wenn in der deutschen Gesellschaft die „Taten“ der Vorfahren verurteilt werden. Gedenkstätten werden errichtet, Dokumentarfilme gezeigt, Nachkommen der Opfer geehrt, Gedenktage eingeführt, sich selbst an die Brust geschlagen, Sünden bekannt. Da höre ich im Geiste Aussprüche jener Art wie: „was sollen wir denn noch alles machen?“ oder wie Martin Walser einst den Begriff „Moralkeule“ kreierte. Das erweckt den Eindruck, dieses Gedenken, besonders wenn es in der Politik zelebriert wird, leiste man hauptsächlich, um sich irgendwie reinzuwaschen.

„Verliebt, zärtlich und hingebungsvoll“, schlecht verhohlen, werden dagegen die „Taten“ der Vorfahren glorifiziert, z.B. in Form von Kriegerdenkmälern, die man besonders gern in Kirchen aufstellt. Mit Sprüchen versehen, die einen anderen Geist als den der Versöhnung, von der so oft die Rede ist, ausstrahlen. (Ausgesäht, ja ausgesäht, wurden alle die, die starben. Wind und Regen vergeht, und es kommt der Tag der Garben – Kirche in Basedow, Mecklenburg) (Ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen – Kloster Neuendorf ,Altmark) Beide Denkmäler sind erst nach der Wende in den Kirchen platziert worden.

krieger

Eine andere Form von „verliebt, zärtlich und hingebungsvoll“ ist das liebevolle Kümmern um denjenigen, die laut und tatkräftig verkünden, dass sie Israel vernichten wollen und, so weit sie es können, auch ausführen. Das Land, das auch von Menschen aufgebaut wurde, die dem Holocaust entkommen sind oder von Nachkommen Ermordeter. Man gratuliert denjenigen zu ihrer Regierungstätigkeit, die in ihrer Hauptstadt eine überdimensionierte Uhr stehen haben, die auf die Vernichtung Israels hinzeigen soll. Man steckt Unsummen von „Hilfsgeldern“, von denen man weißt, dass sie zu Vernichtungsanlagen und Waffen gegen Israel verwendet werden. Man finanziert Schulbücher, die Kinder indoktrinieren, und in denen zum Judenmord aufgerufen wird.
Man programmiert den staatlichen Rundfunk (auch wenn der Rundfunk von sich weisen würde, staatlich zu sein, aber der Staat sorgt für seine Finanzierung) so, dass in seinen Sendungen analog zur Eingangsanekdote zwar die „Taten“ der Vergangenheit verurteilt werden, passend dazu aber eine verdrehte, z.T. verlogene, tendenziöse Berichterstattung über Israel und eine liebevolle Zuwendung zu dessen Feinden erfolgt. Wohl wissend, dass dieser Staat mit den im Holocaust umgebrachten Menschen zusammenhängt.

Wenn sie doch wenigstens schweigen würden!

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