Das Lager Svatobořice

Im 2. Weltkrieg errichteten die deutschen Besatzer- so wie an unzähligen anderen Orten in Europa – das kleine Arbeitslager Svatobořice. Dort waren Angehörige der Soldaten, die in Auslandsarmeen gegen die Besatzung kämpften inhaftiert, auch die Familien, deren Angehörige als Widerstandskämpfer hingerichtet worden waren. Man benutzte das Lager auch als Sammel- und Durchgangslager für Juden, bevor sie in die Vernichtungslager transportiert wurden.

Auf dem Gelände des Lagers ist eine kleine Gedenkstätte errichtet worden. Man kann vorher anrufen und um eine Führung bitten, und zwei mal in der Woche ist eine Führerin bereit, Besucher zu empfangen. Eine von 4 Baracken, die immer noch für industrielle Zwecke dienen, ist als Museum hergerichtet. Im Eingangsbereich war eine Wand mit einer Collage aus dem Lageralltag gestaltet, unter anderem sah man die Aufschrift „Judenbaracke“. Ich hielt diese Aufschrift für Phantasie, bis ich auf einer Tafel mit Fotos tatsächlich ein großes Schild „Judenbaracke“ entdeckte. Die Juden bekamen weniger Nahrung und mussten die schwersten und schmutzigsten Arbeiten verrichten. Sie wurden so gequält, dass einige schon vor ihrem Abtransport starben. Warum? Was hatten diese Menschen getan, dass sie von anderen Menschen, die sie nicht kannten, die nichts von ihnen wussten, zu Tode gemartert wurden? Das ist durch nichts zu erklären.

Svatoborice

Man sagt: „Wir haben aus der Geschichte gelernt“ Warum stellt man sich heute an die Seite von Menschen, die eben solches wieder tun oder tuen möchten. Nach dem 7.10.2023 war von Hamasführern zu hören, dass sie diesen Angriff immer und immer wiederholen werden. Auch auf deutschen Straßen war so etwas zu hören. Warum lässt die deutsche Regierung, die angeblich „aus der Geschichte gelernt“ hat, Sprechchöre jener Art zu? Warum wird in deutschen Medien, ob in der Presse oder im Fernsehen und Rundfunk, ein bösartiges Bild über Israel, also über die Juden, gezeichnet? Es ist eindeutig, dass es Araber (Syrer, Palästinenser) gibt, die ihren Vernichtungswillen gegen Israel kundtun. Und ihn auch bewiesen haben. Wer da ein Bild zeichnet, dass „einer so schlimm wie der andere“ ist, der stellt sich auf die Seite des Terrors.

Die Führerin durch das Lagermuseum Svatobořice hielt uns einen profunden Vortrag. Sie wusste über jedes Detail Bescheid. Natürlich war sie ein Nachkriegskind, aber sie kam aus dem Dorf und erzählte, dass sie in den leeren Baracken als Kinder herumgetobt waren. In dem Dorf Svatobořice spielt das Lager nicht so eine große Rolle. Sportvereine und Musikkapellen prägen das kulturelle Leben des Ortes. Aber es ist gut, dass es ein Gedenken an Vergangenes gibt, dass die Vorstellung da ist, zu welchen Ungeheuerlichkeiten Menschen fähig sind.

Im Luftreich des Traums

gegen Ideologien

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Das Lager Svatobořice
Im 2. Weltkrieg errichteten die deutschen Besatzer-...
anne.c - 20. Jul, 12:50
Israel als Helfer bei...
Gut kann ich mich noch erinnern, dass im Februar 2023,...
anne.c - 12. Jul, 22:28
Anlässlich der Fußballweltmeisterschaft:. ..
Die gegenwärtige Fußballweltmeisterschaft ist nicht...
anne.c - 6. Jul, 12:22
Kann es sein ….
Dass der Optimist und der Pessimist einzelne Personen...
herthilde - 3. Jul, 01:55
Dialog zwischen einem...
P: Nun hat sich Trump doch über den Tisch ziehen...
anne.c - 29. Jun, 09:36
Psychologische Betrachtung
In irgendeinem Zusammenhang las ich über eine alte...
anne.c - 6. Jun, 18:51
Das Buch
von Florian Markl habe ich bestellt und interessiert...
herthilde - 30. Mai, 22:56
Florian Markl in Berlin
Florian Markl ist wissenschaftlicher Leiter des österreichischen...
anne.c - 27. Mai, 13:09
Das Gerücht über die...
Unter dem Titel «Das Schweigen zur Vergewaltigung der...
anne.c - 19. Mai, 16:08
Heydrich hat es nicht...
Als Abschluss der sudetendeutschen Geschichten noch...
anne.c - 12. Mai, 14:14

Links

Suche

 

Status

Online seit 5452 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 20. Jul, 12:53

Disclaimer

Entsprechend dem Urteil des Landgerichts Hamburg vom 12.05.1998 gilt für alle Links und Kommentare auf diesem Blog: Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller verlinkten Seitenadressen und aller Kommentare, mache mir diese Inhalte nicht zu eigen und übernehme für sie keinerlei Haftung.

Impressum

Anne Cejp
Birkenstr. 13
18374 Zingst