Freitag, 30. Januar 2026

Ein Abend mit Sarah Maria Sander,

schon vor einiger Zeit hatte ich mich zu einem Vortragsabend von Sarah Maria Sander angemeldet, der das Thema „Der Nahostkrieg in den öffentlichen Medien“ zum Inhalt hatte. Der Vortrag fand im jüdischen Gemeindehaus in Berlin statt, veranstaltet von der deutsch-israelischen Gesellschaft. Wie erstaunt war ich, als ich genau am Tag der Veranstaltung in der Zeitung las, dass die Schauspielerin (und Journalistin) S.M. Sander von einem großen Filmprojekt ausgeschlossen worden war. Sie hätte sich in einem eigenen Filmprojekt zu „israelfreundlich“ geäußert, es hätte Beschwerden über sie gegeben. Man hätte Sorge, dass der Film von Festivals ausgeschlossen würde, wenn die Hauptdarstellerin und gleichzeitig Co-Autorin des Drehbuchs israelfreundlich wäre. Sie hätte auch unkollegiale Kritik an den Kulturschaffenden geübt, die von Bundeskanzler Merz einen Stopp von Waffenlieferungen an Israel gefordert hatten.

Sander

Das muss man sich „auf der Zunge zergehen lassen“. Gerade noch klangen die Reden anlässlich des Holocaustgedenktages in den Ohren. Wie ergriffen waren sie alle von der Rede Tova Friedmanns und von den kämpferischen Worten Julia Klöckners. Der Holocaustgedenktag wird geradezu zelebriert in einer Weise, von der ich den Eindruck habe, die Mitwirkenden sind gerührt über sich selbst. Zu welch ergriffenem Gedenken sie in der Lage sind! Der Bundespräsident gehört auf jeden Fall auch zu den von sich selbst Ergriffenen. Dabei denke ich, dass sogar viele Teilnehmer der Gedächtnisfeier es ernst nehmen mit dem, was sie sagen. Doch scheint es mir immer, eine Lücke zur Realität zu geben.

Die Lücke wird gefüllt mit Umdeuten, Relativieren, Umbenennen. (Man muss z.B. immer den Begriff „Nazis“ anwenden, wenn von Untaten damals die Rede ist, denn „Nazis“ waren immer ganz andere: verschwommene schlimme Gestalten, die nichts mit uns zu tun hatten).

Wie ist das denn mit Sarah Maria Sanders? Eine kleine Schar von Menschen regt sich darüber auf, wie sie behandelt wurde, aber wo bleibt der große Aufschrei derjenigen, die ständig „Erinnern und Aufklären“ fordern? „Dem Antisemitismus entschlossen entgegentreten“? Das löst man wahrscheinlich, indem man sagt, dass die Ausgrenzung von SMS eben kein Antisemitismus wäre. Sie hat sich nur zu sehr für Israel eingesetzt, und was hat Israel wohl mit Antisemitismus zu tun?

Und was hat der öffentlich rechtliche Rundfunk mit Antisemitismus zu tun? Sehr viel, und davon gab SMS auf dieser Veranstaltung sehr überzeugend Kenntnis. Viele Nachrichtenüberschriften zeigte sie, Falschinformationen, die nur halbherzig oder gar nicht berichtigt wurden. Das Gleichsetzen von Israel und der Hamas, das sich Beziehen auf die palästinensische Gesundheitsbehörde, das Verschweigen von Hintergrundinformationen, obwohl diese zum Verständnis gehört hätten. Gleichsetzung von terroristischen Mördern mit Geiseln.

Da ich in den Monaten die Berichterstattung in den ö. r. Medien verfolgt hatte, konnte ich dem Vortrag nur zustimmen. Interessant war die Tatsache, dass es im Verlauf des Gazakrieges eine Meinungsumfrage gab, aus der hervorging, dass das deutsche Fernsehpublikum der Ansicht wäre, dass die Medien viel zu positiv über Israel berichten würden. Das bestätigen ja auch Aussprüche, Plakate bei propalästinensischen Demonstrationen, die besagten, dass der deutsche Staat Komplize Israels wäre, dass er sich „mitschuldig“ mache usw. Ob das wohl bedeuten soll, dass der deutsche Staat viel strenger und rigoroser mit Israel umgehen soll? Also, wenn nicht 100 % die palästinensische Sicht, dann ist man schon zu “positiv“.

Der Vortrag war jedenfalls höchst informativ. Frau Sander berichtete noch kurz über die Kündigung, die sie beim Film erhalten hat. Das Publikum im Gemeindehaus war ihr wohlgesonnen, stellte noch einige Fragen bzw. gab Statements ab und dankte ihr.

Freitag, 23. Januar 2026

Meine Erinnerungen an Yaakov (Teil 4)

Eine berührende Episode kann ich noch erzählen. Nach Yaakov ersten Besuch in Rostock erschien ein kleiner Artikel darüber in der Lokalzeitung. Zwar hatte Yaakov einen anderen Namen als damals, aber eine Frau wurde doch darauf aufmerksam und meinte, dass das kein anderer als der A.Z. aus Rostock sein muss. Die noch lebende Mutter dieser Frau war einst Kindermädchen bei der Familie Z. gewesen und hat die Familie treu und zärtlich geliebt, bis die Nürnberger Gesetze sie zwangen, ihre Stellung aufzugeben. Die Tochter veranlasste dann ein Treffen zwischen dem ehemaligen Kindermädchen und ihrem Schützling, und das war eine sehr emotionale Begegnung.

Nach der Wende begann eine lebhafte Reisetätigkeit; diesmal in die andere Richtung. Viele Rostocker, die Yaakovs Vorträge gehört hatten, pilgerten in Gruppen oder einzeln nach Israel. Auch ich fuhr mit einer Reisegruppe nach Israel und ließ mich da für einen Tag beurlauben, um Yaakov in seinem Kibbuz zu besuchen. Ich sehe ihn noch vor mir, wie er in der prallen Sonne an der Bushaltestelle stand, um mich abzuholen. Im Kibbuz war es dann gar nicht mehr so heiß, denn der war wie ein großer Park voller Bäume. Und in dem kleinen Gästezimmer, wo ich übernachtete, weckte mich morgens ein durchdringendes Vogelgezwitscher.

Yaakov hat noch viel späte Genugtuung erlebt. Seine Geburtsstadt, in der er einst so schmählich behandelt wurde, machte ihn zum Ehrenbürger. Von der Universität Rostock erhielt er die Ehrendoktorwürde. Eine restituierte Villa wurde zu einer Begegnungsstätte für jüdische Kultur, und Yaakov war dort im Vorstand sehr aktiv. Viele Vorträge, Gesprächsabende, Konzerte und Feste wurden dort gehalten und haben dazu beigetragen, dass sich Menschen mit der jüdischen Vergangenheit und mit dem Schicksal der einstigen Mitbürger im Besonderen beschäftigt haben. Wie es jeder Einzelne für sich aufnimmt und verarbeitet, ist dann seine Sache, aber die Gelegenheit dazu hat er durch solche Menschen wie Yaakov.

Yaakov hat bis 2013 gelebt. So schön sich auch das Schicksal von Yaakov gestaltet hat, der Gedanke an diejenigen, denen es nicht möglich war: zu überleben und Zeugnis zu geben, schwingt bei den Erinnerungen mit.

Samstag, 17. Januar 2026

Meine Erinnerungen an Yaakov (Teil 3)

Von der Begegnung mit Yaakov war ich so beeindruckt, dass ich mich hinterher mit ihm unterhielt und ihn um seine Adresse bat. Ich schrieb ihm einen Brief und bekam auch eine Antwort. Wie es der Zufall wollte, waren wir etwa ein halbes Jahr später in Wismar, wo gerade ein Vortrag von Yaakov angekündigt war, der in der Zeit recht oft in die DDR, d.h. in seine frühere Heimat reiste. Der Pfarrer in Wismar kannte uns und bat, ob wir nicht eine Stadtführung mit Yaakov machen könnten. Gern nahmen wir diese Gelegenheit wahr. Wir stellten uns Yaakov vor und erzählten ihm, dass wir in Stralsund schon einmal bei einer Veranstaltung von ihm waren. Er sagte: „Nach meinem Vortrag in Stralsund habe ich so einen interessanten Brief von einer Frau bekommen“. Ich sagte: Das war ich“.

So ergab sich eine Korrespondenz, man kann sagen, eine Freundschaft mit Yaakov. Er kam nun immer wieder in die DDR und knüpfte viele Kontakte. Das vielleicht erhebendste Erlebnis war, dass er die „Wende“ in seiner Heimatstadt Rostock miterlebte. Kurz vor der Wiedervereinigung der deutschen Staaten wurde er nach seiner Meinung dazu gefragt. Er sagte: „Ich wünsche, dass alles glücklich gelingt, dass der Staat prosperieren wird, denn wenn etwas misslingt, dann wird man anfangen, nach Sündenböcken zu suchen“.

Zwei mal habe ich Yaakov in seinem Kibbuz besucht. In diesem religiösen Kibbuz war nicht wie in anderen Kibbuzim der Speisesaal der Mittelpunkt des Ortes, sondern die Synagoge. Als man die Synagoge vor Jahren baute, konnte man Fragmente einer antiken Synagoge frei legen, die seit Jahrhunderten verborgen war. Diese Fragmente schmücken jetzt den Vorplatz der Synagoge.

10Jakov

Einen Speisesaal gab es natürlich auch, und dort hatte ich ein eindrückliches Erlebnis. Zu uns an den Tisch kam eine ältere Frau, begrüßte mich und setzte sich. Es war Yaakovs Schwägerin. Bei der Begrüßung hatte ich bemerkt, dass auf ihrem Unterarm eine eintätowierte Nummer war. Es war das erste mal, dass ich so eine Nummer sah, und es erschütterte mich so, dass ich kaum zu mir kam.
(Fortsetzung folgt)

Freitag, 9. Januar 2026

Meine Erinnerungen an Yaakov (Teil 2)

Warum interessierte mich der fremde jüdische Mensch so, dass ich beschwerliche Umstände in Kauf nahm, um seine Vorträge zu hören? Als Jugendliche hatte mich das, was ich über den Holocaust erfahren hatte, so schockiert, dass ich mich gedanklich viel damit beschäftigte. Doch ich empfand es als ein abstraktes Geschehen aus einer fernen dunklen Vergangenheit. Ich wollte sozusagen eine Verbindung dazu gewinnen, einen lebendigen Eindruck.

Yaakov war 1987 das erste mal in die DDR gereist. Wie das organisiert wurde, weiß ich nicht. Er war bei einer fürsorglichen Familie untergebracht, die sich auch sehr um Speisevorschriften, Shabatgebote usw. kümmerte. Nach der Wende stellte sich allerdings heraus, dass der Mann eng mit der Stasi zusammengearbeitet hatte, was aber Yaakov recht gelassen hingenommen hat und auch weiterhin bei der Familie wohnte, wenn er in Rostock war. Als ich ihn von da einmal zu einem Ausflug abholte, sah ich, dass die Familie in einer komfortablen Villa in einem Armee-Sperrgebiet lebte, was auch einem unvoreingenommenen Menschen allerhand aussagte.

Noch sind wir aber in Stralsund. In einem kirchlichen Gemeinderaum waren viele Zuhörer versammelt. Yaakov wurde von seiner Betreuerin vorgestellt, und dann ergriff er selbst das Wort und erzählte über sein Leben. Wie er in einer religiösen Kaufmannsfamilie aufgewachsen war und ab 1933 in der Schule von Lehrern drangsaliert und beschimpft wurde. Aber er erzählte auch von einem Mitschüler, der das als ungerecht empfand und sich neben ihn setzte. Wie er, da er von Jugendlichen sehr isoliert leben musste, seine Freizeit damit verbrachte, ausgiebige Radtouren in die Umgebung zu machen. Wie er fest entschlossen war, aus Deutschland auszuwandern, um nach Palästina zu gehen. Er betonte immer wieder, dass er nicht emigriert sei, sondern „nach Hause“ gekommen sei. Ja, und nach der „Pogromnacht“, als das Leben in Deutschland unerträglich geworden war, handelte er und erreichte, dass der Vater ein Visum für England bekam und er und seine 2 Brüder nach Palästina auswandern konnten.

In Israel lebte er in einem religiösen Kibbuz, den er selbst aufgebaut hatte. Er schilderte das Leben im Kibbuz, die Ruhe am Shabat, die Landschaft gegenüber von Jordanien. Alles illustrierte er mit Dias, auf denen deutlich zu sehen war, dass dieser blühende Kibbuz in seinen Anfängen ein wüstes, unkultiviertes Land gewesen war. Doch schon damals, 1988, geschah es, dass eine Zuhörerin aufstand und in strengem Ton fragte, wie sie dort eigentlich mit den Palästinensern umgehen. Yaakov antwortete ganz ruhig, dass die Araber in Israel die vollen Bürgerrechte besitzen, alle Berufe ausüben, und dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Bevölkerungsgruppen herrsche. Er hätte z.B. einen arabischen Arzt, der ihm einmal nahe gelegt hätte, am Yom Kippur nicht zu fasten, und er wusste, dass er dem Rat des Arztes vertrauen kann.
(Fortsetzung folgt)

Freitag, 2. Januar 2026

Meine Erinnerungen an Yaakov

Am 26.12. 2025 wurden bei der israelischen Stadt Beit Shean zwei Israeli durch einen palästinensischen Terroristen umgebracht. Solch eine Tat ruft wahrscheinlich kein großes Interesse hervor, auch wenn man hier in Deutschland inzwischen Erfahrungen darin hat, dass aus heiterem Himmel ein Messerstecher oder Autofahrer einige Menschen zu Tode bringet

Für mich weckte die Nennung des Ortes Beit Shean Assoziationen an einen Mann, der dort lebte. Genauer gesagt, lebte er in einem Kibbuz ganz in der Nähe dieser Stadt. Geboren ist er 1924 aber ganz woanders, nämlich in Rostock an der deutschen Ostseeküste. Den habe ich 1987 kennengelernt. Dieses Kennenlernen war keine Selbstverständlichkeit. Denn Menschen aus Israel hatten so gut wie keine Gelegenheit, in die DDR zu reisen. Ebenso hatten Israeli, die im Ostblock die Stätten ihrer Kindheit aufsuchen wollten oder gar das Schicksal ihrer zurück gebliebenen Verwandten erforschen wollten, keine Gelegenheit, dorthin zu kommen. Die politische Lage änderte sich ab Mitte der 80-ger Jahre. Erich Honecker bastelte an der Verwirklichung seines Wunschtraums, nämlich in den USA von der amerikanischen Regierung als Staatsratsvorsitzender der DDR empfangen zu werden. Auch Erich Honecker muss von dem Gedanken besessen gewesen sein, dass einem alle Wünsche erfüllt werden, wenn man nur die allmächtigen Juden als Freunde hätte und wollte über Fürsprache der Juden seinen Wunsch erfüllt sehen. Und so wurde das Verhältnis zu Israel deutlich entspannter. Israelische Juden, die ihre Jugend in Deutschland verbracht hatten, besuchten nun die DDR.

Zu ihnen gehörte auch Yaakov, der in Rostock geboren wurde und dort bis 1939 lebte. Nach der Pogromnacht wurde sein Vater in die Haftanstalt Neustrelitz verschleppt. Der 14-jährige Yaakov lief von einer Behörde zur anderen, um seinen Vater frei zu bekommen und Ausreisepapiere zu beschaffen. In einem Amt traf er auf einen gutwilligen Amtsleiter, der seinem Vater, ihm und seinen 2 Brüdern zur Ausreise verhalf. Gern hätte Yaakov auch die Ausreisepapiere für seine Mutter und seine Schwester bekommen. „Ach, das ist nicht möglich, aber Frauen und Kindern wird auch nichts passieren“. Diesen Irrtum haben Mutter und Schwester mit dem Tod in Auschwitz gebüßt.

Yaakov erzählte uns einmal, wie er in den 60-ger Jahren nach Deutschland wegen der sogenannten Wiedergutmachung kam. Er erzählte dort seine Geschichte, und die deutschen Beamten glaubten ihm nicht, dass ein 14-jähriger Junge fähig wäre, sich um solche Ausreiseangelegenheiten zu kümmern. „Ein 14-jähriger jüdischer Junge im Deutschland von 1939 hatte mehr Lebenserfahrung als heute ein Erwachsener“, hatte er geantwortet, worauf die Wiedergutmachungskommission einsah, dass die Aussagen der Wahrheit entsprechen.

Yaakov bekam nicht nur eine Einreise in die DDR, sondern es wurde ihm als Historiker auch gestattet, in Archiven zu forschen. So entdeckte er in einem Archiv in Schwerin auch die Liste auf der Mutter und Schwester zur Deportation eingetragen waren. In Rostock wurden sie noch in ganz normale Eisenbahnwagen gesetzt, in Ludwigslust dagegen in Viehwagen geladen. Wenn Yaakov davon erzählte, konnte er seine Erschütterung nicht verbergen.

Aber wie bin ich an Yaakov geraten? Ich las in der Kirchenzeitung, dass ein jüdischer Historiker in verschiedenen kirchlichen Einrichtungen Vorträge hielt. Nicht nur über seinen Lebensweg, sondern auch über das Leben in einem Kibbuz, was alle Leute sehr interessierte, denn der Begriff Kibbuz hatte etwas Magisches an sich. So machte ich mich mit meinem Mann auf den Weg nach Stralsund, was damals noch ohne Auto mit mehrmaligem Umsteigen verbunden war.
(Fortsetzung folgt)

Dienstag, 9. Dezember 2025

Vier Staaten gegen Israel

Israel darf am Eurovision Song Contest teilnehmen, aber vier Länder haben aus Protest ihre Teilnahme abgesagt. Ich möchte nicht wissen, was für Diskussionen dem voraus gegangen sind. Welche Erwägungen, welch Für und Wider, welch gegenseitige Zurechtweisungen, welche politischen Hintergründigkeiten!

Über die 4 Länder könnte man nachdenken, sie sind sehr verschieden. Auch könnte man Mutmaßungen anstellen: Spanien – lange islamisiert, überwiegend katholisch, Irland – sehr katholisch, Slowenien - dazu kann ich mir wenig vorstellen, außer dass es ein beliebtes Urlaubsland ist, Niederlande, ein protestantisch geprägtes Land, das als sehr liberal gilt. Ich sehe keinen gemeinsamen Nenner, außer dass sie alle der EU angehören.

Vielleicht ist der gemeinsame Nenner die Moral, über die sie meinen, in starkem Maße zu verfügen? Was kann daran moralisch sein, ein kleines Land zu stigmatisieren, das – gegründet durch einen UNO-Beschluss – vom ersten Tag seiner Existenz vom Vernichtungswillen der umliegenden Länder bedroht war? Dessen Bürger für gewisse Menschen zum Freiwild geworden sind, und die jederzeit eines terroristischen Anschlags gegenwärtig sein können. Sicher wird für die 4 Staaten der Israel-Gaza Krieg, nach dem 7. Oktober und auch schon zuvor, eine Begründung für das Nichterscheinen beim ESC sein. Da sollten diese Länder wissen, – wenn Israel sich nicht zu Wehr gesetzt hätte -, dass weitere Anschläge bevorgestanden hätten (der 7. 10. wird sich immer und immer wieder wiederholen, wie verkündet wurde). Gerade verkündete der Hamasführer Mashal, dass die Hamas weiterhin das Ziel habe, Israel zu vernichten. Stellen sich diese 4 Länder wirklich auf dessen Seite?

Vielleicht sind diese 4 Staaten der Meinung, dass Israel diesen Anschlag „verdient“ hätte, einfach weil es existiert. Dann läge die Vermutung Antisemitismus nicht weit.

Donnerstag, 27. November 2025

Ein Film: „Im Schatten des Orangenbaums“

Als ich den Tite dieses Films las (,https://www.israelnetz.com/der-propagandafilm-zur-palaestinensischen-nakba/) da fiel mir spontan eine Begebenheit des Sommers ein. Damals waren wir zu einem Geburtstagsfrühstück eingeladen, wo wir auf Leute trafen, die wir nicht kannten. Irgendwie fiel das Stichwort „Israel“, und schon kamen von einem Ehepaar die schlimmsten Vorurteile und Urteile über das Land. Wir hielten sehr dagegen, es kam zu keiner Verständigung. Die Gastgeberin war verlegen, und um uns „aufzuklären“ schenkte sie uns ein Büchlein einer Palästinenserin „Thymian und Steine“, in dem hauptsächlich auf Brutalität und Bosheit von Israeli und die Großherzigkeit von Palästinensern hingewiesen wird. Es scheint also so zu sein, dass mit poetisch klingenden Titeln ein idyllisches und naturverbundenes Bild der Palästinenser gezeichnet werden soll.

So auch mit dem „Schatten des Orangenbaums“. Ein Film, gedreht von einer amerikanisch-arabischen Regisseurin. Der Film handelt von mehreren Generationen einer arabischen Familie aus dem Westjordanland, die vor 1948 ein wunderbares Leben in Jaffa in einer wunderbaren Villa mit einem Orangenhain führte und dann über Jahrzehnte „Vertreibung, Gewalt und Erniedrigung“ durch Israeli erfahren hat. Fast alle Rezensenten kennzeichneten den Film mit Bezeichnungen wie: „sehr berührend“, „die palästinensische Sicht“, „bewegend“.

Interessant ist, dass der Film ausgerechnet 2023 gedreht wurde. Wegen des Massakers vom 7.10. konnte der Film nicht, wie vorgesehen, im Palästinensergebiet, in der Gegend von Jericho gedreht werden, sondern die Schauplätze wurden hauptsächlich nach Jordanien verlegt. Das heißt, die Regisseurin hat hautnah erfahren, zu welch Bestialitäten ihre palästinensischen Landsleute fähig sind. Das scheint sie nicht im Geringsten beeindruckt haben, es wurde munter weiter gedreht an dem Film, der zum Inhalt hat: brutale, machtbesessene Israeli gegen naturverbundene, menschliche Palästinenser. Schikanen von Israeli um des Schikanierens Willen. Wenn es überhaupt Gewalt von Palästinensern geben sollte, dann als Antwort auf schlimmere Gewalt.

Man sagt: „Das ist nun mal die palästinensische Sicht“. Es geht nicht um die „Sicht“, sonders es geht um die Wahrheit. In Wahrheit wurde Israel ganz nach dem Völkerrecht gegründet und hat keine Kolonisation betrieben. In Wahrheit wurde Israel sofort nach der Staatsgründung von 5 arabischen Staaten überfallen. Warum wird im Film die Wahrheit konsequent verschwiegen? Warum wird die Wahrheit umgeschrieben? Sie wird umgeschrieben, um ein unwahrhaftiges falsches Bild von der Geschichte zu schreiben. Was sich dann wieder auf die Gegenwart auswirken soll. Im Internet war zu sehen, wie höchst illustre Herrschaften (wohl aus der Filmbranche) außer sich vor Rührung über das „tiefgründige Meisterwerk“ bzw. das „emotionale Kraftpaket“ bei der Vorstellung des Films waren. Wenn genügend Menschen diese ergriffen Dastehenden und diesen Film gesehen haben, dann wissen sie genau, wie das mit der „bombenden“ Gründung Israels, d.h. der Kolonisierung des fiktiven Palästinas war. Denn ein Film ist überzeugender als die Wahrheit.

So etwas erlebte ich schon mehrmals: „Ich weiß genau, wie das war, es stand in der Zeitung!“ „Nein, das war anders, ich kann es dir beweisen“. „Das stimmt nicht, ich habe es selbst in der Zeitung gelesen“. Und so wird es mit dem Film ebenso sein. „Ich habe es selbst gesehen, wie Israel mittels Bombardierungen entstanden ist und alle Palästinenser verjagte!“

Ich halte Filme jener Art für gefährlich. Andererseits gibt so ein Film ein wenig die Vorstellung davon, warum gerade Menschen aus der Filmbranche und auch aus der universitären und journalistischen Branche sich von solchen Filmen d.h. von der Verdrehung des Wahrheit beeindrucken lassen. Sie wollen in schönen Sphären schweben, eben ´im Luftreich des Traums`, in denen sie selbst die Deutungsmacht haben und die Welt nach ihren Vorstellungen gestalten können.

Sonntag, 16. November 2025

„Überlebenskampf“ Buch von Arye Shalicar

Buch-shalicar

Den Podcast von AS, in dem Arye Shalicar minutiös über den Krieg in Israel-Gaza (und anderen Gebieten) berichtet, höre ich regelmäßig. Nun kam sein Buch über diese bewegende und hoch dramatische Zeit heraus, über das ich berichten will.

AS ist ursprünglich ein iranischer Jude, der in Deutschland, d.h. in Berlin, aufgewachsen ist, und der sich im Jahr 2002 entschlossen hat, nach Israel überzusiedeln. Dort war er lange Sprecher der israelischen Armee. Über seinen spannenden Lebenslauf, insbesondere über seine Jugend in Berlin, die von erschreckenden Erlebnissen durch Antisemitismus unter der muslimischen Jugend in Berlin geprägt war, hat er mehrere Bücher geschrieben. Da er sich in mehreren „Welten“ und Sprachen gut auskennt, da er in den verschiedensten Milieus gelebt hat, kann er sich in vieles hineinversetzen, hat eine große Menschenkenntnis und durchschaut, was Menschen zu ihm sagen. Dazu besitzt er das, was man als einen gesunden Menschenverstand bezeichnet und ist voller Empathie für sein Land Israel und seine Menschen. Die Ereignisse rund um den 7. Oktober und die Zeit danach waren für ihn eine emotionale Achterbahnfahrt und eine ständige Anspannung. Wenn man sich vorstellt, wieviel er im Land herumgefahren ist, gefährliche und anstrengende Wege zurückgelegt hat, ins Ausland reiste, um dort Vorträge über die Situation in Israel zu halten, unzählige Journalisten- und Politikergruppen führte und aufklärte, das ist unvorstellbar. Dazu wurde er oft mit den schrecklichsten Anblicken konfrontiert oder im Ausland mit anmaßenden, ignoranten und anklagenden Fragen überschüttet. Nicht zu vergessen ist das täglich Produzieren der Podcasts.

Das sehr kalkulierte „Nichtverstehen“, von Seiten der UNO, von Seiten vieler europäischen Staaten, von Politikern, Journalisten, von verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Europa, was die furchtbare Lage Israels in diesem Krieg betrifft, bringt ihn immer wieder fast zur Verzweiflung. Dass das „Nichtverstehen“ wohl kalkuliert ist, kann man gut erkennen an dem, was in der Berichterstattung weggelassen wird. In der Regel ist es der mörderische Überfall auf Israel am 7.10., der einfach ignoriert wird. Ja, Shalicar konnte sogar Menschen direkt mit den grausamen Videos vom 7.10. konfrontieren, er konnte Journalisten in die Terrortunnel führen, er konnte dem Bundeskanzler (Scholz) eine ganze Stunde lang die Lage Israels erläutern. Sehr aufmerksam hörten sie zu, betrachteten alles mitfühlend, das Ergebnis war, dass ihre Berichte sich einfühlsam darum drehten, wie es den Menschen in Gaza ginge. Man hatte beim Lesen den Eindruck, dass viele Leute in einer totalen Amnesie sind, wenn es um Israel geht. Sie sehen mit eigenen Augen und nehmen nicht wahr. Shalicar schildert auch schöne Begegnungen, Menschen, die Verständnis und Verstehen bewiesen. Mit einigen dieser Menschen spricht er in seinem Podcast.

Warum ist das Buch so lesenswert? Es fasst noch einmal das zusammen, was in diesen dramatischen Jahren geschehen ist. Zwar hat man, nicht unbedingt durch die Nachrichten, aber durch alternative Medien die Dinge verfolgen können, aber vieles ist im Zeitablauf nicht mehr so präsent. Da er sich in Deutschland gut auskennt, ist ihm die deutsche Mentalität vertraut, und er kann durchschauen, was zu ihm gesagt wird. Der Inhalt des Buches ist eine Kombination von Wissensvermittlung über den Krieg und seine Vorgeschichte und Sichtbarmachen von Shalicar´s eigenen Gedanken und Gefühlen. Das alles kann der Leser bestens nachvollziehen, wenngleich mit Erschrecken. Erschrecken über Kaltherzigkeit, Ignoranz und Antisemitismus und ideologische und religiöse Totalität, die sich auf der Erde ausbreiten.

Im Luftreich des Traums

gegen Ideologien

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