Freitag, 7. November 2025

Nicht aktuell - aber zeitlos (Teil 2)

Außer, dass man in dem Film die Meinungen verschiedenster Leute hört, erfährt man Näheres über die „documenta“, was man sonst nicht erfahren hätte. Die „documenta“ wäre ganz auf das Gemeinschaftliche, das Miteinander ausgerichtet. Israelische Künstler wären nicht eingeladen, dafür geht es umso mehr um palästinensische Themen. Das spricht nicht für Ausgewogenheit. Es ist davon die Rede, dass mehrere Kuratoren der „documenta“ der BDS-Bewegung nahestehen, d.h. der Bewegung, die einen wirtschaftlichen und kulturellen Boykott Israels fordert. Es läuft ein palästinensischer Film auf der „documenta“, in dem Israel als faschistischer Staat bezeichnet wird, der einen Genozid an Palästinensern verübe. Im Film wird Hass auf Israel verbreitet und Terror verherrlicht.

Ebenso gibt es eine Einzelausstellung eines Palästinensers: „Guernica-Gaza“, die aus Collagen von berühmten Kunstwerken und Kriegsbildern besteht, die kombiniert sind mit blutrünstigen Anklagen gegen Israel. Selbstverständlich ist Israel der blutrünstige Aggressor, während von den unzähligen Raketenangriffen aus Gaza auf die Bevölkerung von Israel keine Spur zu sehen ist, ebenfalls nicht von terroristischen Morden von Arabern an der israelischen Zivilbevölkerung. Wenn die „documenta“ nur einigermaßen so ausgewogen gewesen wäre, wie sie sich darstellt, müssten israelische Künstler Gelegenheit haben, ihre Bevölkerung, ausharrend in Bunkern und Schutzräumen oder die Morde an vielen Zivilisten dazustellen. Zu der Ausstellung „Guernica-Gaza“ fiel die Bemerkung: „Man muss die Herkunft des Malers verstehen“. Ebenso muss man dann aber auch verstehen, warum gerade dieser Maler und diese Ausstellung auf die „documenta“ gelangt ist.

Die Menschen, die in diesem „Aufklärungsfilm“ zu Wort kommen, kann man in drei Gruppen einteilen. Die einen distanzieren sich, erkennen das „Antisemitische“ deutlich, andere mögen keine klaren Bezüge erkennen, reden sozusagen um den heißen Brei, und die dritten leugnen alles „Antisemitische“, meinen, die Bilder stellen etwas ganz anderes dar, und wenn es trotzdem als „antisemitisch“ gesehen wird, so hätte man es nicht so gemeint. Eine kuriose Außenseiterrolle nimmt der ehemalige Finanzminister Hans Eichel ein, der nicht vom Antisemitismus redet, sondern der zweimal sagt, man müsse sich bei den Künstlern der „Ruangrupa“ entschuldigen wegen des früheren Kolonialismus. Denn die „Ruangrupa“ hätte sich wegen ihrer Darstellungen ja auch entschuldigt. Sollen sich die deutschen Ausstellungsmacher etwa für den holländischen Kolonialismus entschuldigen, oder sieht er den Kolonialismus als gesamteuropäisches Problem an, bei dem sich jeder für alles entschuldigt?

Eine Politikwissenschaftlerin namens Asseburg erklärt in wissenschaftlichem Duktus, dass Israel alle „vertriebenen“ Palästinenser incl. ihrer Nachkommen ins Land kommen lassen und sie entschädigen muss, sie stellt sich also eindeutig auf die Seite der BDS-Bewegung. Claudia Roth, Kulturstaatsministerin, gehört zu jenen, die sich winden, die Antisemitismus erkennt und ablehnt, sie gehört aber zu den wenigen Bundestagsabgeordneten, die die BDS-Bewegung nicht ablehnt.
Kurzum: wie es oft der Fall ist, sagt der Film weniger über das Thema aus, als über diejenigen, die darin mitwirken.

PS: so unaktuell ist dieser Beitrag doch nicht. Noch nicht genesen von den Aufregungen der verflossenen „dokumenta“, entlarvte sich der Geist der in einigen Jahren bevor stehenden „documenta“. Endlich hatte man eine „Findungskommission“ (also diejenigen, die über die Aussteller der „documenta“ u.a. entscheiden), zusammengestellt, die nach Ansicht der Verantwortlichen unbedenklich ist. Sogar eine israelische Künstlerin durfte diesmal mitmachen. Aber da man doch immer auf diejenigen stößt, die einem geistig nahe stehen, entpuppte sich ein Mitglied der „Findungskommission“ als ein notorischer Judenhasser. Der ist inzwischen zurück getreten.

Hiermit ist wieder einmal der Beweis erbracht, dass all die emotionalen und intellektuellen Aufwallungen, die angeblich der Gaza-Krieg hervor gebracht hat, schon immer da waren.

Sonntag, 2. November 2025

Nicht aktuell - aber zeitlos (Teil 1)

Einige Zeit nach der ominösen Kunstausstellung „documenta 2022“ sah ich einen Film im Fernsehen, der die Ereignisse rund um den damaligen „Antisemitismusskandal“ aufarbeitete. Mir war während der "documenta" aufgefallen, dass ich, obwohl schon einige Jahrzehnte Radiohörerin, noch nie so viel an Berichterstattung über die „documenta“ erlebt habe. Normalerweise wird so nebenbei in Kultursendungen über die bekannte Kunstausstellung, berichtet. Ansonsten interessiert sie die ganz breite Öffentlichkeit nicht besonders. Aber im Jahr 2022 gab es den so genannten Antisemitismusskandal während der Ausstellung, und schon konnte man sich vor Medienberichten nicht retten. Das muss doch daran liegen, dass das Thema Antisemitismus die Herzen und Köpfe der Menschen sehr in Aufregung bringt.

Schwierig ist die Angelegenheit: So richtig klar definiert ist Antisemitismus nicht. Dafür aber hat sich rund um den Begriff Antisemitismus eine regelrechte Sprach- und Gedankenwelt gebildet. Fast kann man sagen: Antisemitismus ist in aller Munde. Aber nein – das ist er nicht, er ist im Munde der Medienschaffenden und der Politiker, die sich des Antisemitismus so annehmen, dass der normale Bürger schon vor diesem Begriff die Nase voll hat. Das ist kein Zufall, sondern es ist gesellschaftlich gewollt: Der Medienkonsument soll zu der Annahme gelangen, dass die Juden überall stören, sich einmischen und überall Antisemitismus wittern. Das Allgegenwärtigsein von „Antisemitismus“ soll Überdruss produzieren. Diese Annahme kommt in dem Film deutlich zum Ausdruck, als der Journalist Joseph Croituru, der die Position der indonesischen Künstlergruppe vertritt, sagt: „Antisemitismus wird überall gesucht´“

So funktioniert der Mechanismus: Antisemitisches geschieht in Taten, Worten oder Bildern. Man erkennt Antisemitismus, macht darauf aufmerksam oder protestiert, und schon ist der Beweis erbracht, dass Antisemitismus ´benutzt` oder sogar ´ausgenutzt` wird. Den Ausdruck „Antisemitismuskeule“ habe ich schon gelesen.

Der „Aufklärungsfilm“ folgt dem bekannten Muster, das oft zu erleben ist: Man stellt bei der Bewertung einer Sache gleichwertig alles in eine Reihe: `Gut und Böse`, ` Wahrheit und Lüge`, `Aufklärung und Demagogie`. Man gibt sich scheinbar neutral; der Zuschauer soll sich „seine eigene Meinung bilden“, ungeachtet dessen, dass schon die Dramaturgie und die Auswahl der Befragten des Filmes für sich spricht.

In diesem Film, in dem die Geschehnisse auf der „documenta“ rekapituliert und kommentiert werden, kommen verschiedene mehr oder weniger bekannte Menschen zu Wort. Sie haben verschiedene, oft konträre Meinungen und Ansichten, so dass der Film scheinbar neutral Zeugnis gibt. Sieht man genauer hin, so entdeckt man aber, dass manche der Aussagen nicht hinterfragt werden, dass einiges, was Tatsache ist, nur als Möglichkeit hingestellt wird. Das Monumentalbild der Gruppe Taring Padi wird als „judenfeindlich ablesbar“ bezeichnet. In Wirklichkeit ist es in der Darstellung einiger Figuren durchaus judenfeindlich, was die schließliche Entfernung des Kunstwerks vom Ausstellungsgelände bezeugt.

Man sagt, dass in Wirklichkeit mit dem Monumentalgemälde auf die Militärdiktatur in Indonesien hingedeutet werden soll. Der arglose Zuschauer fragt sich, ob in der Militärdiktatur Indonesiens Soldaten der israelischen Armee mit Davidstern und Schweinegesicht oder ein israelischer „Kapitalist“ mit Raffzähnen und SS-Runen auf dem Hut eine Rolle gespielt haben. Es kam einmal von der ausstellenden Gruppe zur Sprache, man habe eingesehen, dass man in Deutschland viel sensibler mit solchen Darstellungen umgehen muss. Da fragt man sich, ob man in anderen Ländern unbefangener mit Darstellungen jener Art umgehen kann, da diese Länder keinen Holocaust begangen haben? Man fragt sich, was Israel denn Schlimmes in Indonesien verbrochen hat- der Davidstern ist ja nicht aus Versehen auf das Bild gekommen. Auch die SS-Runen auf den Hut des „Kapitalisten“, dem noch so was wie Schläfenlocken am Gesicht hängen, hat jemand bewusst gemalt. Soll man daraus ablesen, dass Juden mit SS-Leuten gleich zu setzen sind? Auch wenn es nur zwei Gesichter in dem großen Wimmelbild sind, sie sind vorhanden, und derjenige, der sie malte, hat sich etwas dabei gedacht. (Fortsetzung folgt)

Montag, 27. Oktober 2025

Die „israelkritische“ Einstellung hat es schon immer gegeben, sie wurde durch den Gaza-Krieg nur verstärkt

In den Jahren seit dem 7. Oktober konnte man sinngemäß öfter hören: „….bis jetzt war ich wirklich ein Freund Israels, aber nun, durch den Gaza Krieg habe ich erkannt, wie schlimm, genozidal Israel ist …..“ Das ist natürlich Unsinn, denn all die Argumente, Verurteilungen, die man heute hört, sind schon seit Jahrzehnten im Umlauf. Immer wieder bin ich verblüfft, wenn mir ein altes Schriftstück in die Hände fällt, und ich sehe, wie schon vor Jahren mit fast identischer Wortwahl Israel bedacht wurde. So fiel mir ein Exemplar der Zeitschrift „junge Kirche“ aus dem Jahr 2014 in die Hand. Es beinhaltete ein 12 Seiten starkes Forum darüber, ob man jüdische Siedlungen im Westjordanland boykottieren solle oder nicht und über die so genannte BDS-Kampagne.

Das Forum fing mit zwei expressionistischen Bildern von Jörg Schuldhess an. Einem bereits verstorbenen Schweizer Maler, der (wahrscheinlich) zum Judentum konvertierte, um dann später ein großer Israelkritiker zu werden. (Diese Variante ist nicht ganz einzigartig). Gezeigt wurde sein Gemälde „die Brüder“, Opfer von Shoa und Nakba, die sich sehr ähnlich seien. Wenn man sich in aller Konsequenz durchdenkt, was das bedeuten sollte, muss man schockiert sein. Auch wenn viele Palästinenser in Lagern (bei ihren arabischen Brüdern) leben, so ist ein Lager etwas anderes als eine Gaskammer, und was den Juden im Holocaust angetan wurde, ist nicht im Geringsten mit dem Schicksal von Palästinensern gleichzustellen.

Dann folgt ein 4-seitiges Interview mit dem inzwischen auch verstorbenen jüdischen „Befreiungstheologen“ Marc Ellis. Die Interviewerin ist zwar nicht für die Ansichten des „Befreiungstheologen“ verantwortlich, aber Sie stellt im Interview keine kritischen Nachfragen und lässt vieles, was horrender Unsinn ist, unwidersprochen. Schon die Einteilung der Bewohner Israels bzw. der Juden in die gewissenstreuen und die konstantinischen Juden ist eine klare schwarz-weiß Zeichnung oder auch eine Einteilung in gute und böse Juden. Auch heute gängige Unterstellungen finden sich dabei: wer die amerikanische oder israelische Außenpolitik kritisiert, werde als antijüdisch bezeichnet, der Holocaust werde "benutzt". Die Vorstellung, dass der Bund Gottes die Juden verlassen und sich den Palästinensern zugewandt habe, ist schon starker Tobak. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das theologisch zu rechtfertigen ist. Warum sollte der Bund gerade in den Palästinensern leben? Da gäbe es genug Unrecht anzumerken, und sei es das Unrecht, das sie sich untereinander antun. (Zivilisten als menschliche Schutzschilde, öffentliche Hinrichtungen, Kinder militarisieren). Ganz zu schweigen von ihrem Mitwirken beim 7.Oktober, ihren Selbstmordattentaten, ihrer Verherrlichung des Todes.

Kurzum: Weite Teile der evangelischen Kirche fühlen sich sehr hingezogen zur Ideologie der Vernichtung und des Mordens. Es kann geschehen, was will, sie halten daran fest. Sie sind bereit, das zu opfern, was man als ihre Wurzeln bezeichnet und sich denen hinzuwenden, die jene Wurzeln vernichten wollen. Warum? Es ist nicht zu ergründen, vielleicht wirken die Auswüchse der Inquisition noch nach, vielleicht Luthers Traktat ´Von den Juden und ihren Lügen`. Vielleicht sogar der berüchtigte Vers Johannes 8.44 .

Sonntag, 19. Oktober 2025

70 Jahre Stuttgarter „Schuldbekenntnis“

Am Sonntag, dem 19.10. wurde in DLF daran gedacht, dass vor 70 Jahren, also einige Monate nach Kriegsende, die evangelische Kirche folgendes Bekenntnis herausgab.

"Mit großem Schmerz sagen wir: Durch uns ist unendliches Leid über viele Völker und Länder gebracht worden. Was wir unseren Gemeinden oft bezeugt haben, das sprechen wir jetzt im Namen der ganzen Kirche aus: Wohl haben wir lange Jahre hindurch im Namen Jesu Christi gegen den Geist gekämpft, der im nationalsozialistischen Gewaltregiment seinen furchtbaren Ausdruck gefunden hat; aber wir klagen uns an, daß wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben." (Auszug)

Dieses „Bekenntnis“ war mir in den Jahren schon einige Male vor die Augen gekommen, und ich war jedes Mal auf´s Gleiche entsetzt. Ich stellte mir Taten des „nationalsozialistischen Gewaltregiments“ vor: das Warschauer Ghetto, das Massaker von Babi Yar und unzählige andere, die Auslöschung von ganzen Dörfern wie Oradour oder Lidice, das Verhungernlassen von Millionen sowjetischer Kriegsgefangener. Auf der anderen Seite hatte ich die christliche Botschaft vor Augen: die Botschaft von Nächstenliebe, Opferbereitschaft und Pazifismus. Und zwischen diesen beiden Extremen dieses „Schuldbekenntnis“. Ich stellte mir vor, ob Geistliche hätten vor den Gaskammern stehen sollen, um treu für die zum Tode Bestimmten zu beten, sie zu segnen und mit Liebe zu überschütten.

Wozu dieses schwammige Bekenntnis, unendliches Leid wäre über Völker gebracht worden? Bloß nichts Konkretes, jeder kann sich darunter vorstellen, was er will. Und bloß keine Konsequenzen, so weiter machen, wie bisher. In Berlin gab es einen Pfarrer, Karl Themel, der aus eigener Initiative eine sogenannte Kirchenbuchstelle gründete und akribisch Forschung betrieb, wer in seinem Archiv jüdische Vorfahren hatte und der eng mit der Gestapo zusammen arbeitete. Nach dem Krieg konnte er diese Forschung zwar nicht weiter führen, aber er bekam wieder eine Pfarrstelle und durfte sich im Ruhestand kirchenarchivarisch betätigen.

Aus meinem eigenen Erleben: In meiner Heimatstadt gab es einen Superintendenten. Jeder wusste, dass er einst ein strammer Nazi gewesen war. Nach dem Krieg war er als Superintendent nicht mehr tragbar, so wurde er zum Pfarrer „degradiert“. Nach 8 Jahren war er wieder Superintendent. Als er gestorben war, gab es beim Nachruf im Kirchenblättchen keinerlei Hinweis auf Unregelmäßigkeiten in seinem Lebenslauf.

So denke ich, dass der „fröhliche Glaube“ und die „brennende Liebe“ der evangelischen Kirche sich selbst galt. Zur Vergebung war sie immer bereit, wenn es dann den eigenen Leuten galt.

Sonntag, 12. Oktober 2025

Begünstigung der Hamas

In einem Zusammenhang (Überlegungen zum eventuellen Ausschluss Israels aus der FIFA) schrieb jemand, dass ein Ausschluss Israels gleichzeitig eine Begünstigung der Hamas wäre. Diese Überlegung ist sehr einleuchtend. Ja, sehr vieles, was seit dem 7. Oktober 2023 geschah, war eine Begünstigung der Hamas. All die Strafmaßnahmen, Ausschlüsse, Boykotte, das Nichtliefern von Waffen, die Anerkennung eines palästinensischen Staates (der sich im Übrigen nie anerkennen lassen wollte, man denke an das 3-fache Nein in Khartoum), das war mehr eine Begünstigung der Hamas, als eine Strafe für Israel. Und diejenigen, die, diese „Strafmaßnahmen“ durchführten, wussten das. Wo war der „Druck“ auf die Hamas, durch den sie sich hätte in die Enge treiben lassen müssen? Auch das h o f f e n t l i c h e Nachgeben der Hamas, was die Freilassung der Geiseln betrifft, soll – so hörte ich im Radio – auf massiven Druck von Seiten arabischer Länder zustande gekommen sein. Hätte Europa nicht auch Mittel und Wege finden können, auf seine Art Druck auszuüben?

Die Lage in Israel – Gaza ist so gravierend und eindeutig, dass man sich wirklich nur auf eine Seite hätte stellen müssen. Will man den „Sieg“ der Hamas und akzeptiert damit ihre Art, wie sie das Leben auf der Welt gestalten will? Akzeptiert man die Drohung, Israel zu vernichten, die dann auch versucht wurde, in die Tat umzusetzen? Akzeptiert man diese Drohung, wenn man behauptet, was Hamas ausübte, wäre ein Akt des Widerstands gewesen, wie es z.B. Judith Butler tat?

Wollen viele europäische und andere Länder, dass dort im nahen Osten solche Regime wie Hamas oder Iran das Sagen haben? Regime, die diese Länder durch ihre Haltung begünstigen? Wissen sie nicht, dass die von ihnen propagierte Lebensweise auch auf sie zurückschlagen wird? Sie wissen es.

Für mich eine ganz private Definition des Antisemitismus ist: „Lieber selbst zugrunde gehen, als dass Juden existieren“ Das hört sich irrational an. Antisemitismus ist irrational. Den Beweis für diese These kann man täglich in den Nachrichten erleben bei Selbstmordattentätern, bei Menschen, die ihre Kinder zu Märtyrern erziehen, bei den Hamassoldaten, die lieber umkommen, als einen Schritt nachzugeben. Bei Politikern, die ihre Völker ins Elend stürzen, weil sie ihren ganzen Willen darauf richten, Israel vernichten zu wollen.

Aber auch bei der UNO, bei den Staaten, die alles dafür tun, um eine zerstörerische, lebensvernichtende Lebensweise zu begünstigen.

Donnerstag, 9. Oktober 2025

Fragmente aus der tschechischen Geschichte

Stolpersteine-Chrudim

9 Stolpersteine in der Kleinstadt Chrudím

Kyjov-Dankmal

Aus der Kleinstadt Kyjov wurden etwa 100 Juden während der Nazizeit von Deutschen ermordet. Warum?

Autobahn

Fragment einer einst begonnenen, aber nicht vollendeten Autobahn, die einen schnelleren Militättransport der Wehrmacht von Ost nach West ermöglichen sollte.

Montag, 22. September 2025

Es muss an den Bundeskanzlergenen liegen

Vor mir sehe ich das Gesicht von Friedrich Merz, der bei der Neueröffnung der Reichenbach-Synagoge sichtbar ergriffen von dem Gedanken an den Holocaust war, aber nur wenige Tage zuvor ein Waffenembargo gegen Israel ausgesprochen hat. Das, wenn man es konsequent zu Ende denkt, wieder die Voraussetzung für eine Judenvernichtung sein kann. Denn das Waffenembargo begünstigt die Hamas, die sich immer wieder laut und vernehmlich die Vernichtung Israels, aber auch aller Juden auf der Welt auf die Fahnen geschrieben hat. Warum handelte der Bundeskanzler so?

Meine Gedanken wanderten zum ehemaligen Bundeskanzler Willy Brandt. Das war doch ein integrer Mann. Als Nazi kann man ihn wahrlich nicht bezeichnen. Als junger Mann stellte er sich gegen die deutsche Rassenpolitik. Als er Bundeskanzler war, bemühte er sich, freundschaftliche Beziehung zu Israel zu pflegen. Sein Kniefall in Warschau vor dem Ghetto-Denkmal ist legendär, sehr wurde er dafür anerkannt, aber auch in weiten Kreisen der Bevölkerung angefeindet.

Allerdings war vieles halbherzig, was er machte. Als während seiner Amtszeit 1972 während der olympischen Spiele in München 11 israelische Olympiateilnehmer von Palästinensern ermordet wurden, war das für die deutsche Regierung kein Anlass, die Spiele abzubrechen, ungeachtet dessen, dass dieser Mord in dem Land geschah, das nur 30 Jahre zuvor 6 Millionen Juden ermordet hatte.

Doch was wenig bekannt ist: 1973 wurde Israel im so genannten Yom-Kippur-Krieg von Ägypten und Syrien angegriffen und war in höchster Gefahr. Da hatte Willy Brandt nichts Besseres zu tun, als den Amerikanern, die Israel mit Waffen beliefern wollten, den Überflug über Deutschland zu verbieten. Damals ging es um Sein oder Nichtsein. Was ihn und seine Genossen dazu bewegte, wer mag das heute zu sagen? Es muss wohl so sein, dass ein deutscher Bundeskanzler in seinen Genen etwas hat, ob bewusst oder unbewusst, das ihn dazu bringt, die Vernichtung des jüdischen Volks zu begünstigen.

Mittwoch, 17. September 2025

Diskrepanz

Es ist schon sehr lange her, die Mauer stand noch. Bei einem Westbesuch erlebte ich im Familienkreis eine heftige Diskussion jener Art, wie ich gehört hatte, dass sie unter westdeutschen fortschrittlichen jungen Leuten stattfinden würde. Beim Kaffeetrinken fiel aus irgendeinem harmlosen Grund das Wort „Jude“, und schon war eine hitzige Debatte im Gange. Es ging darum, dass die jungen Leute (30 – 40 Jahre alt) der älteren Generation vorwarfen, dass sie gar nicht über den Holocaust aufgeklärt worden sind, auch in der Schule nicht und dass die Erwachsenen sich nun dazu äußern sollten. Ich kann mich an die Einzelheiten nicht erinnern, es war aber zu spüren, dass alle, sowohl die Jungen als auch die Alten äußerst erregt waren. Ich warf nur einen Satz in die Diskussion, nämlich dass nach diesem schrecklichen Geschehen der Staat Israel gegründet worden ist, und dass man als Konsequenz unbedingt zu Israel halten soll. Damit waren die fortschrittlichen jungen Leute gar nicht einverstanden. Mir wurde gesagt, dass das eine mit dem anderen gar nichts zu tun hat und dass Israel ein sehr fragwürdiger Staat wäre, den solle man jetzt nicht ins Spiel bringen.

An diese Episode musste ich denken, als ich die letzten Auftritte unseres Bundeskanzlers Friedrich Merz sah. Er sprach bei der Einweihung einer Münchener Synagoge. Es war bewegend, den Bundeskanzler zu erleben, wie er mit den Tränen rang, wie ihn der Gedanke an das schreckliche Geschehen überwältigte. Man sah, dass dieses Entsetzen, das manche Menschen in höchste Aufregung versetzt, auch in ihm schlummerte. Es wirkte echt und nicht gespielt.

Aber was hat dieses bewegte Erinnern des Kanzlers mit Israel zu tun? Gar nichts, was seine Handlungen betrifft, so wie es vor langer Zeit für meine Verwandten auch der Fall war. Friedrich Merz war es, der im August, ohne sich mit seiner Fraktion zu beraten, ein Waffenembargo für Israel verhängte. Ich denke, es ist ihm nicht einmal bewusst, dass es da einen direkten Zusammenhang gibt. Das Waffenembargo bedeutet: man will verhindern, dass Israel seine Kriegsziele erreicht. Jeder Rückschlag für Israel bedeutet eine Stärkung der Hamas. Eine Stärkung derjenigen, die laut ihrer Aussage eine neue Vernichtung des jüdischen Volks anstreben. Es hat genug Gelegenheiten gegeben, Israel in dem Konflikt zu stärken und sei es durch bedingungslosen Beistand bei Verhandlungen um die Geiseln.

Der Gedanke an die darbenden Geiseln scheint keine Tränen und keine Erregung hervor zu rufen. . Es wäre besser gewesen, die Tränen um die bei der Hamas schmachtenden Menschen zu vergießen, als rüchwärtsgewandte Tränen, die niemanden etwas nützen.

Im Luftreich des Traums

gegen Ideologien

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