Das hätte ich mir nie vorstellen können.
Diesen Ausspruch hört man oft. Manchmal sind es die belanglosesten Dinge, die man sich nicht vorstellen konnte. Morgens keinen Kaffee trinken, sich im Wald verirren, einen Autounfall haben.
Wenn man sich geschichtliche Ereignisse vor Augen hält, dann passierten in der gesamten Menschheitszeit Dinge, die sich die betreffenden Menschen niemals hätten vorstellen können. Oft von einer Minute auf die andere. Wenn man sich diese geschichtlichen Ereignisse näher betrachtet, stellt man hinterher fest: manches hätte man sich doch vorstellen können, doch die Phantasie dazu und auch das Wissen fehlten.
So lese ich gerade von Alfred Döblin „Schicksalsreise“. In dem Buch schilderte er, der bereits Flüchtling war und sich in Frankreich schon gut eingelebt hatte, wie er vom deutschen Einmarsch 1940 überrascht worden war und von Paris aus eine strapaziöse, abenteuerliche Flucht durch Frankreich zu einem Fluchtpunkt in Südfrankreich unternahm und dabei unzählige groteske und aufregende Situationen erlebte. Zu jedem Erlebnis hätte er sicher sagen können: „Das hätte ich mir niemals vorstellen können!“
Hätten unsere deutschen Flüchtlingslandleute sich vor ihrer Flucht (bzw. Vertreibung) je vorgestellt, dass sie den Rest ihres Lebens außerhalb ihrer Heimat werden leben müssen? Vieles lag außerhalb des Vorstellungsvermögen, aber es fehlte auch die Phantasie, was alles geschehen kann. Das Bewusstsein für geschichtliche Zusammenhänge könnte das Vorstellungsvermögen schärfen.
So war es in Israel am 7. Oktober 2023. Ich stelle mir die Leute vor, die unbefangen zu dem großen Musikfestival aufbrachen, und die Bewohner der südlichen Kibbuzim, die ihr tätiges und friedliches Leben führten. Und dann, mit einem Schlag, passierten Dinge, die sich niemand hatte vorstellen können (Nein, die Dinge passierten nicht, sie wurden grausam ausgeführt). Nach langen Recherchen und Untersuchungen kam man hier aber auch zu dem Schluss: Eigentlich hätte man hier manches voraussehen können. Das Vorstellungsvermögen, zu welch schrecklichen Dingen Menschen in der Lage sind, das Bewusstsein für List, Grausamkeit, Willen zur Brutalität der Nachbarn hinter der Grenze, vielleicht war es sogar vorhanden, aber eingeschlafen. (Dazu muss man sich noch vorstellen, dass gerade in diesen Kibbuzim Menschen lebten, die sich bewusst den Palästinensern zuwandten).
Und hätte man sich vorstellen können, dass die Welt, repräsentiert von der UNO, nach all dem schrecklichen Geschehen sich ziemlich unverhüllt auf die Seite der Barbaren stellt? Mir fehlt dazu die Phantasie, aber mein Vorstellungsvermögen wird durch diese Einsicht geschärft. Die Vorstellung, dass die UNO nicht ein hehres Gremium ist, sondern Partikularinteressen und Eigennutz auch diese Institution antreiben. Möge Israel zu dem Schluss kommen, dasss es nichts gibt, „was man sich nicht vorstellen kann“ und sein Handeln danach ausrichten.
Wenn man sich geschichtliche Ereignisse vor Augen hält, dann passierten in der gesamten Menschheitszeit Dinge, die sich die betreffenden Menschen niemals hätten vorstellen können. Oft von einer Minute auf die andere. Wenn man sich diese geschichtlichen Ereignisse näher betrachtet, stellt man hinterher fest: manches hätte man sich doch vorstellen können, doch die Phantasie dazu und auch das Wissen fehlten.
So lese ich gerade von Alfred Döblin „Schicksalsreise“. In dem Buch schilderte er, der bereits Flüchtling war und sich in Frankreich schon gut eingelebt hatte, wie er vom deutschen Einmarsch 1940 überrascht worden war und von Paris aus eine strapaziöse, abenteuerliche Flucht durch Frankreich zu einem Fluchtpunkt in Südfrankreich unternahm und dabei unzählige groteske und aufregende Situationen erlebte. Zu jedem Erlebnis hätte er sicher sagen können: „Das hätte ich mir niemals vorstellen können!“
Hätten unsere deutschen Flüchtlingslandleute sich vor ihrer Flucht (bzw. Vertreibung) je vorgestellt, dass sie den Rest ihres Lebens außerhalb ihrer Heimat werden leben müssen? Vieles lag außerhalb des Vorstellungsvermögen, aber es fehlte auch die Phantasie, was alles geschehen kann. Das Bewusstsein für geschichtliche Zusammenhänge könnte das Vorstellungsvermögen schärfen.
So war es in Israel am 7. Oktober 2023. Ich stelle mir die Leute vor, die unbefangen zu dem großen Musikfestival aufbrachen, und die Bewohner der südlichen Kibbuzim, die ihr tätiges und friedliches Leben führten. Und dann, mit einem Schlag, passierten Dinge, die sich niemand hatte vorstellen können (Nein, die Dinge passierten nicht, sie wurden grausam ausgeführt). Nach langen Recherchen und Untersuchungen kam man hier aber auch zu dem Schluss: Eigentlich hätte man hier manches voraussehen können. Das Vorstellungsvermögen, zu welch schrecklichen Dingen Menschen in der Lage sind, das Bewusstsein für List, Grausamkeit, Willen zur Brutalität der Nachbarn hinter der Grenze, vielleicht war es sogar vorhanden, aber eingeschlafen. (Dazu muss man sich noch vorstellen, dass gerade in diesen Kibbuzim Menschen lebten, die sich bewusst den Palästinensern zuwandten).
Und hätte man sich vorstellen können, dass die Welt, repräsentiert von der UNO, nach all dem schrecklichen Geschehen sich ziemlich unverhüllt auf die Seite der Barbaren stellt? Mir fehlt dazu die Phantasie, aber mein Vorstellungsvermögen wird durch diese Einsicht geschärft. Die Vorstellung, dass die UNO nicht ein hehres Gremium ist, sondern Partikularinteressen und Eigennutz auch diese Institution antreiben. Möge Israel zu dem Schluss kommen, dasss es nichts gibt, „was man sich nicht vorstellen kann“ und sein Handeln danach ausrichten.
anne.c - 25. Mär, 09:19