Zwei Demonstrationen

Eine Schreiben mit einer Bitte flatterte ins Haus. In Berlin auf dem Platz vor der Volksbühne wird im Kino Babylon die „UN-Sonderberichterstatterin“ Franceska Albanese auftreten. Die Bitte war, dass man dagegen Einspruch erheben soll. Franceska Albanese ist bekannt und berüchtigt für ihr leidenschaftliches, man kann auch sagen antisemitisches Auftreten gegen Israel, wobei sie gern Lügen mit Halbwahrheiten vermischt. Wer einmal einen Auftritt von ihr verfolgt hat, kann sich ein Bild über die UNO und deren Verhältnis zu Israel machen. Weil sie diese „Berichterstatterin“ im Amt lässt und nicht abberuft und ihre Auftritte wahrscheinlich fördert.
So kam ich am 30.3. auf den Rosa Luxemburg Platz zur Demo gegen den Auftritt von Franceska Albanese. Eine mittelgroße Menschenmenge (ca. 150 Personen) empfing mich: Israelfahnen und (Alt)-Iranische Fahnen wehten, Spruchbänder, Plakate. Da entdeckte ich vor dem Kino Babylon zwei weitere Demonstrationen. Die bestanden etwa aus je etwa 50 Menschen. Getrennt waren sie durch eine unbewegliche und standfeste Gruppe von Polizisten. Die Demonstrationen kann man als „pro-palästinensisch“ und „pro-israelisch“ bezeichnen. Beide standen wirklich unmittelbar beieinander, so dass es eine Weile dauerte, bis man die Situation begriff. Die „pro-Palästinensischen“ Teilnehmer waren ungleich lauter und aggressiver. Sie führten Plakate mit sich, auf denen viel von „Genozid“ zu lesen war und herbeiphantasierte Zahlen von Toten im Gaza-Krieg. So wie es ihr Idol Franceska Albanese auch zu tun pflegt. Besonders auffällig war eine Frau, europäisch wirkend, englisch sprechend, die sich mit schnellen Schritten (so dass man den Eindruck hatte, sie wäre allgegenwärtig) durch ihre Demo-Gruppe bewegte, ständig laut und schreiend jeden, der sie anschaute, mit einem Schwall von Worten bedachte. Ein junger Mann marschierte mit einem Ali Khamenei Portrait umher.
Der andere Teil der Demo war bedeutend ruhiger und zivilisierter. Sie hielten ihre Plakate und Israelfahnen hoch und parierten manchmal die Sprechchöre der „Palis“ (die schon von weitem an ihren Kufiyas zu identifizieren waren). Auf der anderen Seite der Straße befand sich der größere Teil der „pro-Israel“-Demonstranten. Da gab es ein Mikrofon, verschiedene Redner traten auf. Zuerst der Antisemitismus der jüdischen Gemeinde Berlins, Herr Koenigsberg, der über verschiedene Entgleisungen von F.A. sprach, z.B., dass sie Israel als Feind der Menschheit bezeichnet hat. Verschiedene Frauen sprachen ins Mikrofon, man konnte allem gut zuhören und mitdenken (im Gegensatz zum sinnlosen Geschrei der „Pali“-Gruppe.
Die bekannte Karoline Preisler trat nicht auf (oder erst sehr spät, als ich nicht mehr da war), sie befand sich nämlich in der „Höhle des Löwen“, direkt im Saal des Auftritts von F.A. Darüber gibt es einen lesenswerten Bericht in der „jüdischen Allgemeinen“, dem zu entnehmen ist, dass es drinnen im Kinosaal bei F.A. noch bedeutend turbulenter zuging, als auf dem Vorplatz.

anne.c - 2. Apr, 11:02
