Nachtrag zur Rede von Martin Schulz in der Knesset

Da die Rede von Martin Schulz vor der Knesset, die inzwischen wieder in der Versenkung verschwunden ist, viel Exemplarisches aufweist, möchte ich ihr noch einige Nachworte widmen. Hinter derartigen Äußerungen steckt ein gesellschaftlicher Wille. Vielleicht ist sich derjenige, der die Rede hält, dessen nicht einmal unbedingt bewusst. Doch im Unterbewusstsein weiß er, was er zu sagen hat, denn sonst würden diese Reden nicht so, sondern anders ausfallen.

Hinterher wird oft mit Eifer darüber diskutiert, ob derjenige, der die so genannten Eklats hervorruft, ein "Antisemit" sei. Mir ist es egal, ob jemand Antisemit ist, wenn er den Mund hält. Schlimm ist es, antisemitische Klischees und Stereotypen weiter zu transportieren. Martin Schulz behauptet, Israel entziehe den Palästinensern das Wasser, verweigere ihnen also die elementare Lebensgrundlage. Wie ich schon sagte, ist es nicht weit vom klassischen Stereotyp des Brunnenvergifters entfernt!

Die wütende Reaktion einiger Parlamentarier in Jerusalem hätten ihn „überrascht und betroffen“ gemacht, sagte Schulz danach, denn er habe eine "pro-israelische Rede" gehalten. Man kann nicht eine "pro-israelische" Rede halten, die letztlich besagt: Aber eigentlich seid Ihr unversöhnlich und Brunnenvergifter. Wenn dann der schon gewohnte Eklat ausbricht, dann heißt es: Die Juden sind resistent gegen Kritik und unversöhnlich. Und irgendetwas davon bleibt schon im Bewusstsein der Menschen hängen.

Im Luftreich des Traums

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