Das iranische Volk braucht unsere Solidarität

Iran-17-1-
Demonstration am 17.1.2026

Am 7.2. gab es in Berlin am Brandenburger Tor eine große Demonstration, die auf die verheerenden Zustände im Iran hinwies. Die Teilnehmer forderten die Beendigung des Terrorregimes der Mullahs, sie wiesen auf die unzähligen ermordeten Iraner durch eben dieses Regime hin. Im jüdischen Gemeindehaus in Berlin konnte man zwei Tage zuvor direkt Näheres erfahren, wie es im Iran aussieht und wie Iraner denken. Wenn man sich die Lage näher anschaut, ist es eine verzweifelte Lage. Mindestens 80 % der Iraner wünschen sich einen anderen Iran, einen freien und demokratischen Iran. Noch um Weihnachten 2025 herum gab es große Erwartungen, dass die Zeit für große Veränderungen reif ist. Dementsprechend viele Menschen gingen im Iran mit ihren Forderungen auf die Straße. Es herrschte die Hoffnung vor, dass „die Welt“ (also diejenigen Staaten, die sich mit den Idealen der iranischen Bevölkerung identifizieren) sich aktiv in die Freiheitsbestrebungen einmischt. Die große Ernüchterung kam, nachdem das Internet im Iran abgeschaltet worden war und das Regime eine gewaltige Massenschlächterei begonnen hatte. Man spricht von mehr als 30 000 von ermordeten Iranern. Man muss sich auch vor Augen halten, dass es allein im Jahr 2025 4 bis 5 Hinrichtungen am Tag im Iran gegeben hat. Für das Mullah-Regime sind diese Tatsachen, die dann doch in die Welt hinaus drangen, unangenehm, es sieht sich aber trotzdem als „Gewinner“ an. Denn es hat gesehen, dass geschehen kann, was will, es erfolgt kaum eine ‚Reaktion von außen. Man hat also freie Hand zur Barbarei. Eine kleine Hoffnung besteht in der Tatsache, dass die USA einen Flugzeugträger in die Golfregion beordert hat.

Viele Iraner sind der Meinung, dass wirtschaftlicher Druck auf den Iran sehr viel ausrichten kann. Die wirtschaftliche Lage ist katastrophal. Das Land leidet unter so einer Trockenheit (und Missmanagement von Wasser), dass die Bevölkerung nicht ausreichend mit Wasser versorgt werden kann. Die Inflation ist extrem hoch, so dass die Kaufkraft dementsprechend leidet. Das Regime ist sehr daran interessiert, dass die Wirtschaft prosperiert, auch wegen der eigenen Selbsterhaltung. Auch um des Renommees wegen, denn die Tatsache, dass verschiedene Länder, z.B. Deutschland mit ihm handeln, bestärkt das Selbstbewusstsein.

Große Hoffnung setzt man in den Sohn des letzten Schahs. Allerdings sind da die Iraner gespalten in Befürworter und Gegner der Schahfamilie. Und auch sonst ist die Zusammensetzung der Iraner in sehr viele Volks- und Religionsgruppen problematisch. Derjenige, der einen Teil des Vortrags hielt, erzählte, dass er ein Bahai sei, und dass die Bahai dort von der Mehrheitsbevölkerung gehasst werden. Auch gäbe es einen großen Unterschied zwischen der Stadt- und Landbevölkerung, der aber mit der Zeit und durch die Umstände nachlassend ist.

Doch was die Iraner eint, ist die große Sehnsucht nach Freiheit, nach einem „normalen“ Leben in einem demokratischen Staat. Überwiegend wären sie der Meinung, dass der Iran unbedingt Hilfe „von Außen“ benötige.

Was wünschen sich die umliegenden Staaten vom Iran? Sie wünschen sich den Iran „schwach, aber berechenbar“. „Schwach“ wünschen sie ihn sich, weil er „stark“ eine Bedrohung für die umliegenden Staaten wäre. „Berechenbar“ bedeutet, dass der Iran handeln kann, wie er will, Hauptsache, es dringt nichts nach außen. Syrien und die Entwicklu8ng in Syrien ist ein starker Faktor, denn Syrien war immer ein Drehkreuz für Waffenlieferungen für Hisbollah und Hamas. Iran hat aber auch von Syrien gelernt, dass man Proteste mit extremer Härte unterdrücken muss.

Der iranische Referent der Veranstaltung war trotz allem optimistisch. Er meinte, für die gesamte Region und letztendlich für die ganze Welt wäre es besser, wenn der Iran und somit auch der nahe Osten befriedet wäre. Wir wollen uns das, auch in unserem eigenen Interesse, sehr wünschen.

Im Luftreich des Traums

gegen Ideologien

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