Samstag, 22. Februar 2025

Familie Bibas

Auch mich,so wie unzählige Menschen berühren und erschrecken die Fotos der am 7.10. brutal aus ihrem Leben gerissenen Shiri Bibas, die ihre beiden kleinen Söhne im Arm hält. An jenem Tag gab es in Israel viele Mütter, die mit ansehen mussten, wie ihre Kinder gequält, geköpft, verbrannt und umgebracht wurden. Für all diese Mütter steht Shiri Bibas. In den Fotos der Bibas-Familie steckt so viel Authenzität, so viel Ausdruck: Entsetzen, Verzweiflung, Angst, Flehen um Hilfe, Mütterlichkeit. Dazu die beiden Jungs, die sich an die Mutter kuscheln. So dass diese Familie gleichzeitig zu dem eigenen schrecklichen Erleben zum Symbol für die Schrecken des 7. Oktober geworden ist. Man sagt sich beim Sehen der Bilder: das ist kein Film, das ist furchtbare Wirklichkeit! Wie es weiter ging, das wissen wir auch.

Nicht nur als Symbol für die Schrecken des 7.10. kann ich sie sehen. So haben unzählige Mütter ihre Kinder an sich gedrückt, bevor sie ermordet wurden. Ich stelle mir – um nur ein Beispiel zu nennen – die gut 30 000 Menschen in Babi Yar vor, die in langen Reihen darauf warteten, erschossen und in die Schlucht gestoßen zu werden. Darunter waren viele Mütter, die ebenso wie Shirin Bibas ihre Babys und Kleinkinder auf dem Arm hatten. So angstvoll, so erschrocken, so verzweifelt war ihr Blick, so wie der von Shirin Bibas.

Sowohl die Umstände des Todes der Bibas-Familie als auch die groteske Inszenierung der Rückgabe von Geiseln und der toten Kinder, die „verwechselte“ Mutter, die verschlossenen Särge usw. haben der Welt vor Augen geführt, was für ein abscheulicher Verein die Hamas ist. Die Einwohner von Gaza veranstalten Freudenfeste, vor einem Podium mit den Särgen ermordeter Kleinkinder. Die „Welt“ (z.B. die UNO) stellt sich auf die Seite der grotesken Mörder. Man lese nur einige Sätze von der Sonderberichterstatterin der UNO für den nahen Osten Francesca Albanese, oder man stelle sich vor, welch horrende Summe unsere Regierung nach Gaza schickt, damit dort Terrortunnel gebaut werden. Und wie oft unsere Außenministerin in den nahen Ostern reiste, um den Israeli ins Gewissen zu reden. Oder man stelle sich Papst Franziskus vor, der vor einem Jesuskind betet, das auf einem Palästinensertuch liegt.

Ob die Bilder und Videos von Shirin Bibas einigen Menschen die Augen geöffnet haben? Ob sie den Unterschied serkennen, zwischen der vor Entsetzen erstarrten Frau, die ihre Kinder schützt und der Menge von Leuten, die ihre Kinder zu einer Bühne mit ermordeten Menschen bringt, damit sie vor der Bühne Freudentänze aufführen?

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