Montag, 2. November 2015

Der letzte Satz (Teil 1)

Vor mir liegt ein wunderbares Buch. Es handelt über den zweiten Weltkrieg und dokumentiert die Geschichte eines großen und bedeutenden Gefangenlagers hier in der Gegend, in dem ein Großteil der Fliegeroffiziere der Westalliierten Armeen interniert war. Viele Menschen haben Mühe, viel Zeit und Arbeit investiert, um nach 1990 die Geschichte dieses Lagers zu erforschen. Die dort beschriebenen Ereignisse sind spannend, interessant und vielfältig. Man merkt es dem Buch an, wie wichtig die Arbeit für die Autoren, noch mehr für die noch lebenden ehemaligen Gefangenen, aber auch für die jetzt lebende Bevölkerung der Gegend ist. Mit wie viel Volumen die Landschaft und die Zeitgeschichte sich füllen! Das Buch ist recht erträglich zu lesen, weil es im Gegensatz zu anderen Büchern über den zweiten Weltkrieg wenig Tote beinhaltet. Aber es beschreibt auch das Entsetzen der alliierten Offiziere, als sie am 1. Mai 45 plötzlich frei waren und in wenigen Kilometer Entfernung die Reste eines KZ-Lagers entdeckten mit toten und sterbenden Menschen, denen sie so weit es möglich war, Hilfe leisteten.

Alles ist gut an dem Buch, aber dann gibt es den allerletzten Absatz. Dieser Satz ist dem kanadischen Autor Ondaatje in den Mund gelegt, und ich kann ihn einfach nicht begreifen. Darin heißt es: ……amerikanische Filme enden immer so: „Der Held steigt ins Flugzeug und hinterlässt einen verwüsteten Ort. Das sagt doch einiges über die westliche Zivilisation. Man lässt die Vergangenheit hinter sich und fliegt zum nächsten Kriegsschauplatz ……. Die amerikanische Außenpolitik hält sich oft an diesen Grundsatz…..“

Im Luftreich des Traums

gegen Ideologien

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