Sonntag, 2. März 2014

Martin Schulz III

In diesem Beitrag geht es fast nicht um Martin Schulz, sondern darum, wie Antisemitismus üblicherweise transportiert wird. Martin Schulz wurde vor ein paar Tagen erwartungsgemäß zum Spitzenkandidaten der Sozialdemokraten für das europäische Parlament gewählt. In diesem Zusammenhang hörte ich nicht nur einmal, sondern mehrere male in Nachrichtensendungen: " .....er kann auch unbequem sein, z. B. hat er eine Rede vor der Knesset gehalten und sich nicht gescheut, die Siedlungspolitik der Israeli zu kritisieren. Er sagte in seiner Rede ( Originalton): "Wie kann es sein, dass Israelis 70 Liter Wasser am Tag benutzen dürfen und Palästinenser nur 17 ?" (dann folgte Tumult in der Knesset).

Hier kann man tatsächlich sagen: Eine Lüge wird so lange wiederholt, bis sie zur Wahrheit wird. Wenn M.S. etwas Kritisches zu den Siedlungen gesagt hätte, dann wäre es angebracht und auch legitim, diesen Text in die Berichterstattung einfließen zu lassen. Aber nein, die falschen Zahlen zum Wasser werden immer und immer wiederholt, obwohl es genug Möglichkeiten gibt, sie vor einer solchen Meldung zu hinterfragen. Die Literzahlen des Wassers sind auch längst geklärt. Palästinenser haben ausreichend Wasser, und wenn die Literzahlen der Israeli weit höher sind, so liegt das daran, dass die Berechnung dazu kompliziert und komplex ist und Landwirtschaft, Bewässerung und ein sehr marodes Wassersystem im Westjordanland die Berechnung beeinflussen.

Es kann also kein Zufall und kein Versehen sein. Nachrichtensendungen werden sehr bewusst zusammen gestellt. Um es noch einmal zu wiederholen und klar herauszustreichen: Martin Schulz hat bewusst oder unbewusst vor dem israelischen Parlament gesagt, dass Israeli den Palästinensern die elementaren Lebensgrundlagen vorenthalten. Nachdem von mehreren Seiten her geklärt ist, dass diese Behauptung falsch ist, wird in deutschen Nachrichtensendern der Name Martin Schulz zum Anlass genommen, seine falschen Zahlen immer weiter zu kolportieren, indem man einfach seine Rede zitiert und ihn genau in dem Punkt, wo er nicht glaubwürdig ist, als glaubwürdigen Zeugen darstellt.

Im Luftreich des Traums

gegen Ideologien

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