Samstag, 17. August 2013

Epilog - An das Friedenspreiskomitee Aachen

Als Ruven (bzw. Reuven, beide Namen sind bei mir vermerkt) für den Aachener Friedenspreis vorgesehen war, schrieb ich an das Friedenspreiskomitee folgende E-Mail:

An den "Aachener Friedenspreis" e.V., 15.7.2003

Sehr geehrte Damen und Herren,

Aus dem Internet erfuhr ich, dass der diesjährige Aachener Friedenspreis an Reuven Moskovitz verliehen werden soll. Ich weiß nicht viel über den Aachener Friedenspreis, dafür aber Einiges über Herrn Moskovitz. Allen Angaben in den Medien zu dieser Preisverleihung kann man Ähnliches entnehmen: Holocaustüberlebender, Friedensaktivist usw., was darauf hindeutet, dass die Journalisten in Ermangelung näherer Kenntnisse wohl voneinander abgeschrieben, sich aber kaum mit Reuven Moskovitz direkt befasst haben. Aufschlussreicheres könnten sie aber über die Internet-Seite des Schillergymnasiums Münster erfahren, auf der ein Schüler über einen Vortrag von R. Moskovitz in dieser Schule berichtet, und aus der hervorgeht, dass zum Befremden der Schüler Herr Moskovitz "die Vertreibung der Palästinenser mit dem Holocaust vergleicht". Da ich einen Vortrag dieser Art mit genau den gleichen Intentionen auch erlebt habe, und zwar in Aachen, kann ich das, was Reuven Moskovitz in Deutschland umtreibt nicht als "Schritt zur Versöhnung", sondern, so hart es auch klingen mag, als "Hetze gegen Israel" bezeichnen - wobei man bei Vorträgen dieser Art in Deutschland leider oft mit offenen Armen empfangen wird.

Sollte das Friedenspreiskomitee je das schwer lesbare Buch "Der lange Weg zum Frieden" von R. Moskovitz durchgelesen haben, so würde es feststellen, dass auch dort erklärt wird, Israel hätte die alleinige Schuld an allen Kriegen, die er mit seinen arabischen Nachbarn führte. Es stellt sich die Frage, warum, wenn ein israelischer Jude seine "Schritte zur Versöhnung" geht, es ausgerechnet in "schonungsloser Kritik an der israelischen Regierung" getan werden muss, wobei gleichzeitig so gut wie nie von der palästinensische Seite Kritik an eigenen kritikwürdigen Punkten, beispielsweise an Selbstmordattentaten oder an Korruption und Judenhass in Palästinensergebieten geübt wird? Es stellt sich die Frage, ob man in Deutschland auf jeden Fall preiswürdig ist, wenn man öffentlich "schonungslose Kritik" an Israel übt, die übrigens, wenn man sie in voller Konsequenz zu Ende denkt, zur Vernichtung des Staates Israel führen würde?

Wenn Sie sich wirklich als ein Friedenskomitee verstehen, wäre da vielleicht nicht etwas mehr Nachdenklichkeit darüber angebracht, ob wir als Deutsche tatsächlich auserkoren sind, fragwürdige Gestalten zu dekorieren, nur weil sie das in unserem Land weit verbreitete latente Unbehagen an den Juden bedienen? Wenn Sie mir die Beweggründe für Ihre Preisvergabe nennen könnten, wäre ich Ihnen dankbar.

Mit freundlichen Grüßen (AC)

Nicht, dass ich damit den Friedenspreis verhindern wollte. All diese sinnlosen, zeitraubenden Hinweisbriefe, Höreremails, die ich nur schreibe, wenn es einfach nicht anders geht, die haben nur den Sinn, die Empfänger darauf hinzuweisen, dass ihr Tun keinesfalls unbeobachtet ist, und dass sie nie behaupten können, sie hätten nichts gewusst. Wenn ein Friedenspreiskomitee einen Friedenspreis an jemanden verleiht, der Holocaust und "Vertreibung von Palästinensern" miteinander vergleicht, dann weiß es, was es tut. Ich unterstelle ihm sogar, dass es den Preis nicht trotz dieses unverschämten Vergleichs, sondern wegen solcher Vergleiche verleiht.

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