Reuven Moskovitz im Schillergymnasium Münster

Aus einem Nachruf der evangelischen Zeitung „die kirche“ war jetzt noch Näheres über das Wirken Reuven Moskovitz´ in Deutschland zu erfahren. Seine Berufsbezeichnung war Friedensabenteurer, und in dieser Eigenschaft zog er sowohl durch evangelische Kirchentage als auch durch Friedenkreise, aber auch in Schulen. Da ich ihn persönlich kennen gelernt habe, hatte ich mich mit seiner Mission näher beschäftigt.

Und seine Friedensmission war: Hass auf seinen Staat Israel zu predigen, was ihm Preise, Ehrungen und eine Unzahl von Bewunderern in Deutschland einbrachte. Gern verglich er „das, was in Israel geschieht, mit dem Holocaust“. So bei einem Besuch im Schillergymnasium Münster am 08.11. 2000. Von diesem Besuch berichteten Schüler auf ihrer Internetseite. Die Schüler, nicht ganz so vom blinden Eifer vernebelt wie Mitglieder kirchlicher Friedenskreise waren befremdet: „Er scheut sich nicht, die Vertreibung der Palästinenser mit dem Holocaust zu vergleichen und bezeichnet die Reaktion der Palästinenser dementsprechend als natürlich“. (Zitat von der Internetseite).

Bezeichnenderweise ist dieser Bericht des Schillergymnasiums aus dem Internet verschwunden nachdem Reuven den Aachener Friedenspreis erhalten hat. (Ein Ausdruck liegt mir vor).

"Natürliche Reaktionen von Palästinensern": hier und hier.

Seinen Vortrag in Aachen, noch vor der Verleihung des Friedenspreises, erlebte ich als Sammelsurium von Anekdoten, jiddischen Witzen und jüdischen Weisheiten, gemischt mit unzusammenhängenden geschichtlichen Einschüben, von allem ein wenig. Für jemanden, der sich damals noch als „Doktor“ bezeichnete, reichlich konfus. Wenn es auf den Staat Israel zu sprechen kam, war echter Hass zu spüren. So zitiere ich einen Satz aus dem Bericht, den ich damals - um das Jahr 2000 herum - schrieb und vom 17.07.-10.2013 veröffentlichte:

Wenn Reuven sich nicht ganz in der Kontrolle hatte, kamen teilweise absurde Dinge zutage wie: „Uns (den Israeli) hätte das gleiche passieren können wie den Deutschen, das heißt der Holocaust ist etwas, was den Deutschen „passiert“ sei und könne den Israeli mit den Arabern genauso „passieren“.

Reuven Moskovitz wurde schon einmal als der „Felix Krull“ der israelischen Friedensbewegung bezeichnet, eine schöne Metapher. Bei uns hieß er „Ein Schlawiner vom Balkan, der herausbekommen hat, dass man von deutschen Freunden viel Geld und Bewunderung mit "Kritik" an Israel abbekommen kann, die - so sie außer Kontrolle gerät – auch in eine Hasspredigt werden kann.

Für mich stellt sich nur die eine Frage: Warum wurde in einem offiziellen Bericht über Reuvens legendäre Auftritte mit der Mundharmonika zwar immer von seiner Friedensbewegtheit, nie aber von seinen Hasstiraden berichtet?

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