Montag, 21. September 2026

25 Minuten Applaus

gab es für die israelischen Filmemacher Abraham Yuval und Rachel Szor auf den Venediger Filmfestspielen. Das erinnerte mich an den tosenden Applaus, den einst Martin Walser für seine „Sonntagsrede“ anlässlich der Verleihung des „Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 1998“ erhielt. Unzählige Menschen stehen auf und klatschen frenetisch. Diese Menschen sehen sich als die „Elite“. Der Zweck ihres Klatschens ist die Erniedrigung von Juden und vom jüdischen Staat. Sie wissen genau, dass es nicht um den „Dokumentarfilm“ geht, sondern – wie gesagt -, um die Erniedrigung. Sie müssen besessen von ihrer Darbietung (dem Klatschen) sein.

Zu wenig weiß ich über diesen Film, über seine Authentizität, wie er zustande gekommen ist, als dass ich über den Film schreiben könnte. Er soll die israelische Armee als besonders brutal und skrupellos beschreiben. Wenn man die Ereignisse am 7. Oktober verfolgt hat: Wie brutal in den Kibbuzim und bei dem Festival gemordet wurde, wie Hisbollah Israel sofort mit Raketenbeschuss überzogen hat: Warum wird nicht ein Dokumentarfilm darüber auf einem Festival gezeigt? Warum ignoriert die „Kulturelite“ vollkommen, wie dieser Krieg zustande gekommen ist? Und warum sind es gerade die „Kulturschaffenden“, die sich daran ergötzen, wenn Israel als ein brutaler Aggressor dargestellt wird? Und die sich nicht im Geringsten dafür interessieren, in welche Wirklichkeit der Film eingebettet ist. Nein, bei diesem Klatschen ging es sicher nicht um den Film, sondern die Menschen wollten ihre unbestimmten Aggressionen in die Welt hinausklatschen.

Was sind das für Menschen, was denken sie, wenn sie kundtun, dass dieser Film einzigartig ist? Sind das die Menschen, die unsere Gesellschaft prägen? Im Allgemeinen sind es keine Verbrecher im landläufigen Sinn, es sind Menschen, die von „Werten“ sprechen, die den Begriff „Menschenrechte“ ständig im Munde führen. Warum feiern sie einen Film, der nicht nur auf fragwürdige Weise zustande gekommen ist, der Einseitigkeit geradezu vorführt? Die frenetisch feiernden Menschen müssten nach dem Hintergrund des Films fragen, nach der Wahrhaftigkeit der Aussagen, nach der Absicht, warum gerade dieser Film als einziger „Dokumentarfilm“ auf den Filmfestspielen gezeigt wird. Sicher wird jeder, der Klatschenden – wenn er gefragt würde -, sehr von sich weisen, dass er ein Antisemit wäre. Er applaudiere nur einem hervorragenden, wichtigen Dokumentarfilm. Doch das Klatschen war antisemitisch, es genügt den „drei D“. die den Antisemitismus definieren. Und fordert zu der ewigen Frage heraus: „Warum“?

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